Die Größe 1




Ich hadere bereits seit einer Weile mit dem Bild
des sich ausdehnenden Universums. Dabei gehe
ich von dem simplen Gedanken aus, daß sich nur
ausdehnen kann, was in eine Umgebung eingebettet
ist. Wohin dehnt sich das Universum aus?
In eine Raumzeit, welche das Weltall mittels seiner
Ausbreitung quasi erst in Besitz nimmt?
Das erscheint mir absurd, und ich bastele seit
geraumer Zeit an einem anderen Modell.
Gestern Abend theoretisierte ich an diesem Problem,
derweil im Radioprogramm über die Theologie
des neuen Papstes Benedict dem 16. diskutiert
wurde.
Wohin dehnt sich das Universum aus? Scheint es
uns vielleicht nur, als ob es sich ausdehne?
Und wie könnte das funktionieren?
Ich stellte mir das Weltall als unveränderliche
Größe 1 vor. Der sogenannte Urknall hatte die
Größe 1. Aber das Weltall dehnte sich von nun
an nicht im herkömmlichen Sinne aus – nein, es
teilte sich!
Herrn Ratzinger, welcher zum neuen Papst gewählt
wurde, schilderten die Diskutanten als konservativ
und die kirchlichen Traditionen bewahrend. Er war
in Rom sozusagen der Oberinquisitor unter Paul
dem Großen gewesen. Man möge mir Ungenauig-
keiten in der Wiedergabe des Gehörten entschuldigen,
schließlich war ich mit dem Modell eines sich teilenden
Universums beschäftigt. Das Universum teilt sich also.
Die Größe 1 teilt sich – wie z.B. eine Zelle – ohne Ende.
Somit differenziert sich die Größe 1 zu den beobacht-
baren Materie-, Energie- und Lebensformen.
Als Hobbydenker fehlt mir freilich für meine Theorie
der mathematische Unterbau. Ich habe jede Menge Zeit
zum Denken und Radiohören.
Herr Drewermann erwartete von Benedict dem 16.
nichts Gutes. Das wunderte mich nicht. Aber Herr
Lehmann sagte, daß Herr Ratzinger zwar konservativ
aber ein durchaus vernünftiger, diskussionszugewandter
und intellektueller Theologe sei. Man hätte von ihm
keine Rückschritte zu befürchten – vielmehr würde
er das Erbe von Paul dem 2. gewissenhaft fortführen.
Es gibt nur eine katholische Kirche! An deren Spitze
steht diktatorisch der Papst.
Die Größe 1 zerfällt also in die uns umgebende Raumzeit
und deren Erscheinungsformen. Sie zerfällt und zerfällt.
Herr Drewermann wäre begeistert von meinen
Gedanken. Sie zerfällt ins uferlose Nichts, in die Kälte,
bis sie „entropisch“ nicht mehr weiter zerfallen kann.
Die Raumzeit stirbt den Kältetod. Und die Größe 1
steht wieder da wie neu – unbefleckt und blendend weiß.
Eine Milliarde Katholiken freuen sich über den neuen
Pontifex maximus. Viele weinten, beteten vor Rührung.
Papst Benedict der 16. hat sich zur Aufgabe gemacht,
seine Schäfchen zusammenzuhalten. Über was diskutierten
damals die Herren Ratzinger und Habermas?
Ich lausche gerne dem Gedankenaustausch geistiger
Koryphäen. Es befriedigt mich, daß sie letztendlich
nicht viel zu sagen haben.
Die Größe 1 war wieder jungfräulich, und sie würde
sich erneut teilen, zerfallen, in sich auflösen und die
Dinge und das Leben gebären. Herr Drewermann wurde
von der Moderatorin gefragt, wo er Gott denn sähe?
In der Sehnsucht des Menschen nach Liebe, antwortete
er.




21.04.2005 13:23 von bonanza

casy (anonym) - 05.04.2007 00:12

wie ein baum und seine blätter... der urknall war ein Wind.. der diese trennte... so wurden wir teile vom ganzen und streben zurück...


Liebe die Basis -
die Wurzel- das Blut- die Seele- oder Lebensader-darin !!

eine weitere therorie...

bonanzaMARGOT - 05.04.2007 14:08

wo bleibt die liebe?

hallo casy, der mensch ist ganz gut im theoretisieren. leider kommt er mit seinen theorien nicht einen deut dem wesen der dinge näher. meistens entseelen die theorien die welt.

und religionen sind ausdruck der sehnsucht des menschen nach liebe. aber die religionen lösen sich in zeremonien, dogmatismus, macht und verwaltung auf. wo bleibt die liebe?

und der mensch redet und redet und redet und redet ...

bon.
casy (anonym) - 23.04.2007 00:53

zuweilen zuviel..

bonanzaMARGOT - 23.04.2007 14:20

das meiste auf der welt ist geschwätz. oberflächliches geschwätz. selbst wenn es seelische vorgänge berührt - höre dir die kirchen an ... wie kann man bloß so blöde daherschwätzen und sich gleichzeitig theologieprofessor nennen? aber das ist nur ein beispiel. ich habe schon seit langem den respekt vor den sogenannten wissenskoryphäen verloren, welche politik, gesellschaft und kultur anführen. für die gehälter, die sie verdienen, schwätzen sie mir zu viel schwachsinn. ich bewundere lediglich ihre fähigkeit, sich gut verkaufen zu können.

bon.

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