heute nacht amüsierte ich mich prächtig mit meinen gedanken





der teuflichste spruch ist der, wo die leute nicht
mehr zu lachen aufhören. sie bewegen sich damit
in stabilen kreisbahnen um ihre eigene lächerlichkeit.

verzögerung ist das halbe leben. zeit lassen das ganze.
einen furz lassen, geht gegen unendlich.

liebe nachwelt, jetzt könnt ihr kauen!
nach dem tod erreichst du die secondhand-welt.
aber vielleicht befindest du dich schon jetzt in der
thirdhand-welt. das kann man nie genau wissen.

manche wörter begreifst du sogar, wenn sie an dir
vorbeifliegen. zum beispiel: tennisbälle, fußbälle,
hockeyscheiben und frauen.
ich glaube, ich genieße gerade den kontakt mit
dem stoff, aus dem die träume sind, und das lässt
mich nicht einschlafen.
die wahrhaftigste aller strafen ist die in-haft-nahme.
blödheit bestraft sich bekanntlich selbst.

wer zuletzt lacht, lacht am besten, heißt es – fragt sich,
ob der letzte überhaupt noch dran kommt.
eine abneigung gegen jemanden zu hegen, fällt leicht.
bei der zuneigung hingegen müssen wir ganz schön
strampeln.
wenn du ein buch liest, ist das nicht nur eine
erweiterung deines horizonts, es erfolgt auch eine
dehnung deiner pupillen. wie auch immer, sprache
spricht das aus, was der mensch verlernte, seitdem
er spricht.

eine seite umblättern, ist wie das leben.
wir erwarten was besonderes, und es kommt nichts.
eifersucht ist die treibende kraft, die dahin führt, dass
es zu nichts kommt.
manche feingeister glauben, die menschen wären auf
das gesamte universum eifersüchtig.
ich denke, die unheilvollste erfindung in der mensch-
heitsgeschichte, war die erfindung des spiegels.
der mensch avancierte zu seinem eigenen blendwerk
und erfand die religionen dazu.
die hölle fällt auch unter die rationalisierungsabsichten
der natur, somit herrscht die hölle schon auf erden.
wenn du jetzt lachst, trifft dich der schlag, sag dir
das bitte immer wieder.
verkaufe dich so teuer wie möglich, auch wenn dein
anzug schäbig ist, das prädikat macht sich bezahlt.
weisheiten sind bekanntlich so gut wie ihr verfasser.
verstehst du jetzt?
wenn du vor einem berg stehst, junge (mädchen), und
dich graust vor dem hohen gipfel, schau weg und ge-
nieße deinen dauerlutscher!
wenn das jemals geld bringt, könnte es passieren, dass
ich wieder an die welt glaube.
aber lassen wir den fernseher im dorf – man wird sehen.

wir leben im zeitalter der kirchenverbrennungen.
das nebenbei.
seitdem beschäftigen wir uns zunehmend mit bewegten
bildern und nicht mit bewegten menschen.
es existieren grenzen, wenn wir die überschreiten,
dann wundern wir uns ganz absurd, und damit haben
wir das wesen des wunders erfasst.
es ist nicht vorhanden – außer dem wunder in dem
sinne: du wirst dein blaues wunder erleben!
was sich stets bewahrheitete.

es existiert eine charackterachäologie, deren
forschungen ergaben, dass der freundliche zuerst
da war, und sich dann im zuge der evolution der
gemeine heranbildete.
seitdem ist gemeinheit mit gemeinwohl gleich-
zusetzen. da wir alle gemein zueinander sind,
sind wir andererseits auch besonders freundlich
zueinander. freundlichen menschen ist darum immer
zu mißtrauen, gemeinen menschen sowieso.
ein ausflug in die gemeinheit eines menschen, ist wie
eine reise ans ende der welt. du wirst verrückt dabei.
die gemeinheit ist eine runde sache aus 360 tausend
kilometern entfernung betrachtet.
fazit: die gemeinheit ist rund, und wir können nichts
daran ändern, ohne selbst gemein zu werden.

wenn sich beim mann ein bächlein löst, fühlt er
sich meist sehr einsam, oder er ist besoffen.
das spüren und aushalten des blasendrucks
wird zur sportart späterer generationen werden.
ich spüre das schon jetzt.
jeder mensch hat seine eigenen verdauungs-
schwierigkeiten. die schließmußkulatur wird
in der zukunft durch geeignete arzneimittel
gestylt und gekräftigt werden.
eine bodybuilding-show müsste also in zukunft
wie eine abendmesse abgehalten werden.
statt obladen und wasser kriegst du deftigeres.
das abgleiten in geschmacklosigkeiten ist wie
das eindringen in einen warmen hintern –
man merkt es fast gar nicht.

der blick ins leere ist ein phänomen, das man
überall beobachten kann. wo der mensch nicht
durchblickt, schafft er sich die große leere und
fährt scheinbar glücklich damit. die angst, dabei
leer auszugehen, ist phänomenal und hinterlässt
im abstand von 360 tausend kilometern abstand
eine schmunzelnde heiterkeit.
im abstand von armeslängen kann sie allerdings
schreikrämpfe auslösen. die letzten reserven des
menschlichen urtriebs kämpfen sich dann an die
oberfläche. meist wird das schreien unterdrückt.
wahrscheinlich eine ableitung des schließmuskel-
sports. quasi spontan.
der schallraum zwischen den beiden sich gegen-
überstehenden bleibt leer.

(ich spüre, meine lustigkeit verliert sich langsam.
das meer der sünden verlangt sie zurück. ade.
gute nacht.)






29.08.2002 08:17 von margot

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