am strand




1

meine begegnung mit dem wind ist angenehm
die topologie meines wesens gäbe mir
einsicht in die höhen und tiefen
das leben ist am schönsten, wenn
es an mir vorbeifliegt
das leben muß mich tragen
nicht ich das leben
verantwortung verduftet im rausch
einen rülpser gebe ich darauf
eure zerknitterten gesichter sind
arm
und eure köpfe sind voller
binsenweisheiten
arme, vergessenswerte menschen
es weht euch davon in alle richtungen
ahh, humor hüpft durch die wälder
und lacht irre
narretei ...
ich nage fetzen von meinen lippen
woher kommt die helligkeit?
soll sie doch ohne mich sein
was schaut mich das dürre geäst
so gleichmütig an?
gleichmut ist höchste tugend allen seins
was machen schon die kleinen unebenheiten
die die irrungen meines bewußtseins ausmachen (?)
in der alles vermengenden natur
in den unfassbaren zeiträumen
der vergleich unter den größen
vernichtet jede unebenheit
allein in meinem kopf behält sich alles
wirr und seltsam
ahh, schmerz quält meine seele
bei der schieren unmöglichkeit –
das leben zu zählen
und so bleibt der verstand nur ausdruck
einer sache
unerreichbar
unsere wirklichkeit: schauer kristallisierter
gefühle
nur lebendig, weil wir empfinden
was hätte das „etwas“ für ein dasein ohne
unsere „besichtigung“?
die winde toben und verwischen den sinn
ich höre stattdessen melodien
ohne verstand – der einzige raum
ist in mir, und der ist ein verdammtes
nadelöhr


2

ich sehne mich nach ausbruch
nach fremden gesichtern und
landschaften
die sehnsucht nach dem abenteuerlichen
allein-sein
mein herz schlägt befreit, und ich
bin glücklich allein
die fühler in sehnsucht ausgestreckt
nach leben
eine flasche rotwein verklärt den geist
die dämmerung verwischt die konturen
vor meinen augen
ich träume leidenschaftliche träume
das herz, das schlägt
ist ein seelenkörper
allein in der fremde entkleide ich mich
und stehe nackt mit augennasser melancholie
und tauche ein in selbstumarmung
abendrot über der meeresbrandung
eine grasbewachsene düne vorm strand
ein nackter mensch nach dem salzigen bad
im sand
eine flasche roten nippend
den blick verklärt auf das naturereignis geheftet
und die menschen, die auf der düne
promenieren


3

die welt ist so laut und hell
ich verschwinde in meiner bude
lasse die rolläden herunter
mein taunasser blick heftet sich an eine liebesgeschichte
eine ganze fernsehsendung lang
mein herz weicht auf
sonst starr im sumpf der wirklichkeit
zwei tränen brechen aus
in der abgeschlossenheit meines zimmers
das bier läuft mir den mundwinkel herunter
das „draußen“ holt mich zurück ins
ich-weiß-auch-nicht
keinen augenblick ist mir bewusst, was das soll
reißende, zerrende rockmusik
mein herz springt zum rhythmus
ich bin kein mensch mehr!
kein draußen, kein wirkliches dasein
und keine worte mehr




schreiben wie atmen - 21.09.2007 17:07

Mit...

Mitgeheult, mitgelacht, mitgerülpst, mitgefühlt... .

Jetzt geh ich in den Wald die Bäume anschreien, ein bißchen nur. Ganz leise und zärtlich schrei ich sie an - sollen sich nicht erschrecken die Bäume.
Drinnen und draußen und dasein und einssein mit dem All. All-eins-sein. Bin nur ich, nur ich. Und Du dort. Keine Worte mehr? Wer stumm wird stirbt vor seinem Tod.

bonanzaMARGOT - 21.09.2007 18:50

Der Wald ist ein guter Ort.
casy (anonym) - 21.09.2007 23:59

ja das ist er.. wenn der mensch sich nict zuweile darin verirren würde um dumme verbrechen zu begehen.. würde ich dort wohnen!!!!

doch der mensch breitet sich auch und zerstörte mir auch diesen Kinderwunsch..


daher träume ich davon.. träume sind immerhin nicht ganz so gefährlich als frau..

vielleicht teilen wir uns mal ein stück vom wald und leben darin.. lach.. dannn hätte ich heutzutage weniger sorge.. darin... ;)

als Kind spielte ich dort sooo oft und so gern ..sogar über echte landesgrenzen hinaus,


lg
casy

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