gedanken aus dem sessel (2)
ich komm` mir vor, wie ein revolverheld, der
ewig fingerübungen macht und nicht zum
schuß kommt
es war ein spaß, kartoffeln aus dem keller
zu holen. ich langte mit dem arm durch den
breiten spalt am fußende der holzkiste
fummelt ein paar kartoffeln hervor, so daß
die anderen nachpolterten
es machte auch spaß, die ölkanne zu füllen
der geruch von öl prägte sich mir ganz tief ein
er war im ganzen keller
mein opa zeigte mir am liebsten, wie man aus
einem jungen ast eine flöte schnitzte
wenn du so willst, modelliere ich meine scheiße
zu dem, was du gerade liest
die wahrscheinlichkeit im lotto zu gewinnen ist
verhältnismäßig groß gegenüber der wahrscheinlich-
keit, daß ich hier sitze und darüber nachdenke
ob ich lotto spielen soll
ich ging eigentlich ganz gerne für meine mutter
einkaufen. ich war stolz, wenn ich alle artikel
auf dem zettel richtig vom regal gefischt hatte
beim gemüse ging`s oft schief, denn die salat-
köppe in der auslage sahen für mich alle gleich
mies aus
zurück zum lotto: ich meine wirklich, daß die wahrscheinlichkeit im lotto zu gewinnen ziemlich
groß wäre, wenn man alle zeit des universums hätte
jeder mensch für sich ist ein eingetretener lotto-
gewinn in der lotterie des lebendigen - (oder?)
mein bruder und ich wechselten uns ab mit abfall-
runterbringen
wenn wir mittags von der schule kamen, hatte meine
mutter das kinderzimmer tiptop aufgeräumt, was
beinhaltete: staubwischen und saugen, bettenmachen,
schreibtisch aufräumen sowie comics und spielsachen
vom boden aufzusammeln, schubladen nach verschimmelten
essensresten absuchen ...
ich erinnere mich an den geruch von möbelpolitur
ich bin ein großes kind, das seine abenteuer aufs
philosophieren und biertrinken verlegte
ich stelle mir einen fingerabdruck auf zimmerwand-
format vergrößert vor
bonanzaMARGOT - 01.10.2007 11:26























