Freni - 14.10.2007 17:29

"warten auf das nichts"

"ich bin völlig interesselos.ich warte. du hast recht, ich richte mir mein eigenes wartezimmer ein. ich tausche die zeitschriften auf dem tisch aus und huldige dem müßiggang."

".....wenn man nichts mit sich anzufangen weiß, ist die Folge, dass es das Nichts ist, das nun etwas mit einem anfängt...." schreibt Rüdiger Safranski.

Die Menschen haben Angst vor dem Nichts und flüchten sich in reges Treiben. Sie tun etwas, um von sich behaupten zu können: "ich langweile mich nicht". Sie besuchen Volksfeste, sind Mitglied eines Sportvereins, sie singen im Chor usw. Und du schreibst eben. Ich finde das weitaus spannender und interessanter. Schon alleine deshalb, weil deine Texte einfach interessant sind und mich zum nachdenken anregen. Ist das Nichts?

Bis dann!

PS: Ich fühle mich übrigens mit diesem Zitat von Logan Pearsall Smith sehr verbunden:
"Die Leute sagen, das Eigentliche sei das Leben, ich ziehe jedoch das Lesen vor."

bonanzaMARGOT - 14.10.2007 19:06

hi freni,

in unserer gesellschaft (eigentlich auf der ganzen welt) werden tätigkeiten unterschiedlich gewertet.
mein vater ließ zb. nur die schulbuchlektüre gelten. die karl may bücher schmiß er aus dem fenster. meine mutter hatte es nicht leicht, sich als bildungsanwalt für uns kinder zu behaupten. außerdem las sie selbst ganz gerne belletristik.
für meinen vater war das firlefanz.

auch heute gibt es große bevölkerungskreise, die eine rein geistige betätigung mit müßiggang gleichsetzen. keine ahnung, wo diese bildungsablehnung herrührt. aus dem nationalsozialismus?
ich gebe zu, dass ich eine menge zeit einfach verträume. ob ich nun schreibe oder lese oder einfach in die luft starre bzw. meinen mitmenschen zuschaue.
hätte ich familie, müßte ich mich stärker am riemen reißen.
das ist klar.

bis dann
bon.


ps: was das eigentliche im leben ist, sollte jeder mensch für sich entscheiden - und seinen mitmenschen nicht vorschreiben, was das eigentliche zu sein hat.

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