Eiskalt
hin und wieder
stehe ich an der Bushaltestelle
wie ein Baum, wie eine Laterne, die Hände
tief in den Manteltaschen vergraben
ich wiege mich in Melancholie
oder lehne an einem
Stück Mauer
suche die Statik
der vorbeihastenden Welt
neben meinen Pulsadern
fliegen Autos, brummen Autos in den Tunnel
der Zeit, zeitlos
vorbei
Frischhaltefolie spannt sich über die Erde
hellblau mit weißen Dunstflecken
ich spreize meine Finger
ich öffne meinen Mund zum stummen Schrei
meine Mitmenschen gleichen Fischen
die von Sedimenten ganz grau
von Einbildungen gelenkt
schwindsüchtig
husten
...
ab und zu
fühle ich mich neben ihnen stehen
an den Bushaltestellen, oder
im Tiefkühlregal
mit Gesichtern asteroidengleich
um Imaginationen schwirrend
eiskalt
unser Atem
gefroren weiße Rosen
bei Minus Tausend Grad
(23.04.08)
bonanzaMARGOT - 23.04.2008 12:12





















