[>>]
rinpotsche - 16.06.2008 10:28

Ich hänge an dem Satz fest "ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin".
Das ist für mich wie sich vorzustellen satt zu sein, wenn ich Hunger habe, oder zu frieren, wenn ich schwitze.
Ein Anachronismus für mich. Da können eher die Rosen anfangen zu reden.

bonanzaMARGOT - 16.06.2008 10:56

richtig,

ich stelle es mir vor, weil ich mit dem glück hadere. es geht um das glück zu leben und zu lieben. oft vergessen wir menschen dieses glück, und wir müssen (oder wir müssen nicht) es uns in erinnerung rufen. in dem gedicht ist es also kein anachronismus sondern folgerichtig.
"ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch war", schreibe ich gleich darunter. diese aussage ist natürlich subjektiv überhöht - wie liebende sich als glücklichste menschen sehen - wenn wir das leben lieben, wenn wir uns daran erinnern, wie sehr wir doch das leben lieben, dann sind wir die glücklichsten menschen ... und waren es immer.
in dem gedicht schreibe ich über die ambivalenz von schwermut und dem gewahr werden von leben und liebe ... einsamkeit und sehnsucht, vergänglichkeit und lust auf zukunft ...
die rosen stehen als bild für die hoffnung und für die liebe vor meiner tür.

bon.
rinpotsche - 16.06.2008 12:11

hmm, muss überlegen. Könnte ein bisschen dauern, weil ich es liebe zu überlegen, aber gerade keine Zeit dafür nehmen kann.
Ich komme wieder!
bonanzaMARGOT - 16.06.2008 12:29

um etwas deinen überlegungen beizusteuern:

warum siehst du in meinem vers "ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste mensch auf der welt bin" einen anachronismus? ich schlug jetzt mal nach, was anachronismus bedeutet ... ich war mir nämlich nicht ganz sicher ... und da las ich, dass etwas anachronistisch ist, wenn es der falschen zeit zugeordnet wird - also z.b. ein römer, der eine armbanduhr trägt.
ich kann aber weder "chronisches" noch "anachronisches" in diesem vers entdecken.
rinpotsche - 16.06.2008 14:42

Gruß von Anna Chronismus

Nunja, das war für mich die einzige momentan zur Verfügung stehende Bezeichnung für etwas, das nicht zueinander passt. Hatte mir noch überlegt, ob ich es paradox nennen soll. Falls Du weißt, wie das richtige Wort dafür lautet, wenn es überhaupt eins gibt, sags mir. Aber eigentlich will ich auch gar nicht weiter rumstochern, sonst mutiert das Ganze viel weiter ins Sonderbare, was es gar nicht ist.
Vermutlich ist es einfach so, dass rinpotsche manchmal falsche Wörter zum richtigen Zeitpunkt und umgekehrt verwendet.
Soll ich jetzt überhaupt noch weiter überlegen?
bonanzaMARGOT - 16.06.2008 14:57

also, wenn das gedicht dich

sowieso nur wegen des "anachronismus" reizte, dann brauchst du dir keinen mehr abzubrechen.
"ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste mensch auf der welt bin;
ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch auf der welt war ..."
hier lösen sich zeit und raum in einer überlegung (in einem gefühl) auf - vielleicht bin ich ja glücklich, ohne dass ich etwas davon weiß - das wäre dann ein paradoxon ... oder besser absurd.
nun, glück an sich ist eine absurdität.
es kann sich niemals auf ein ganzes leben beziehen. lediglich in der vorstellung oder in der erinnerung können wir z.b. sagen: "ja, ich führte ein glückliches leben".

in meinem gedicht stelle ich mir das glückliche leben vor - dass es einfach schon genügend glück bedeutet, da zu sein - ich versuche mich damit münchausen-like aus dem sumpf zu ziehen ...
rinpotsche - 16.06.2008 16:07

Reizend

nehm ich mal nicht ernst. Genau das meinte ich mit der Tiefenmutation, wenn an der Anna C. zu lange rumgedoktert wird.

Ich überlege weiter bei der Arbeit...
bonanzaMARGOT - 16.06.2008 16:31

schönen

arbeitstag noch.

gruß
bon.
rinpotsche (Gast) - 17.06.2008 22:47

Genug gegrübelt.
Dein Gedicht hat mich traurig gemacht. Das ist die eigentliche Aussage. Alles andere ist Wichtigtuerei von mir!
Ich verstehe die Gefühle nicht, die Liebe hervorrufen, es ist einfach ein luftleerer Raum für mich. Mein Genuss beim Lesen Deiner Texte ist die spannende Fremdartigkeit wie eine unbekannte Kultur, die es zu erforschen gilt.
Vielleicht geh ich heute Abend in den Keller, wo meine Patti Smith Vinyle lagern, und versuche, Deine Gefühle dabei mit aufzulegen.
Bis die Tage
bonanzaMARGOT - 18.06.2008 17:05

Ich dachte nicht,

dass ich mit meinen Gedichten das Gefühl der Fremdartigkeit auslösen könnte.
Liebe ist selbst ein Gefühl - hat sicher etwas mit der Akzeptanz des Lebens zu tun und auch dem Lebenskampf. Liebe ist der positive Kleber zur Außenwelt. Ich empfinde nicht immer Liebe, aber ich glaube, dass ich sie ständig oder zumindest oft suche.
In der Liebe sehe ich einen Antrieb weiterzumachen, nicht aufzugeben. Und die Liebe ist mir ein Gegengewicht zu meinem Verstand, der mir zwar hilft, die Fragen des Lebens zu erörtern, mir aber weder Wärme noch Verständnis bringt.
Ohne Liebe würden mich die Ängste auffressen. Liebe bedeutet darum auch Vertrauen ...
Ich kann dir nicht sagen, woher man dieses Vertrauen nehmen soll. Es ist einfach da, wenn man liebt. (Und manchmal ist es weg, als wäre die Liebe nur ein Fake.)

Sei bitte nicht traurig, rinpotsche. Ich bin sicher, dass du auf irgendeine Weise Ähnliches spürst. Leben und Liebe sind wie Mutter und Kind - untrennbar, leider dann und wann zerstritten.

Patti Smith macht tolle progressive Rockmusik mit lyrischen, kritischen, sehr guten Texten. Ich entdeckte sie vor Kurzem mal wieder.

Gruß
bon.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

prosaGEDICHTE

von bonanza/margot

Neu!!!

Du bist ...

... nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Hallo lieber, skeptischer...
ich wünsche dir ebenfalls schöne und besinnliche...
Ambrosia - 2009-12-23 20:04
ambosia, ich glaube,...
ambosia, ich glaube, dir gern, dass advaita eine ganz...
bonanzaMARGOT - 2009-12-23 14:34
hi bon,
wenn Zweifel aufsteigen, war es eben noch nicht die...
Ambrosia - 2009-12-22 20:13
bei den meisten gedichten,...
bei den meisten gedichten, die ich schreibe, kann ich...
bonanzaMARGOT - 2009-12-21 16:56
ich habe einen kurzhaarschnitt....
ich habe einen kurzhaarschnitt. da kann ich mir noch...
bonanzaMARGOT - 2009-12-21 16:43
ja, das finde ich auch
interessant. mir ging es kürzlich auch so. dass...
SehnsuchtistmeineFarbe - 2009-12-21 16:33
ja, jeder soll tun,
was er / sie für richtig hält, das sehe ich...
SehnsuchtistmeineFarbe - 2009-12-21 16:31
wie ich ergoogelte, waren...
wie ich ergoogelte, waren da andere bereits schneller. aber...
bonanzaMARGOT - 2009-12-21 16:23
so ähnlich - bei...
so ähnlich - bei mangelnder wortauswahl für...
bonanzaMARGOT - 2009-12-21 16:17
*gg*
wieder eine blitzerkenntnis? :)
SehnsuchtistmeineFarbe - 2009-12-21 16:07

Weblog durchsuchen

 

bonanzamargot (boma) hörbar + + + + + Von Nachtwachen und dicken Titten (bonanzaMARGOT)

"Avatar - Aufbruch nach Pandora"
Regie: James Cameron Ich saß in der vorletzten...
bonanzaMARGOT - 2009-12-23 16:37
Thursday`s Child
Ein Song, der mich immer wieder bewegt.
bonanzaMARGOT - 2009-12-21 15:49
Kann Weihnachten geil sein?
(the best,...
bonanzaMARGOT - 2009-12-10 19:26
Träume, Baby, träume
Na ja, man darf träumen. Und nun fragt euch, wie...
bonanzaMARGOT - 2009-12-08 15:32
Glühwein trinken!
Ich begrüße den Dezember, den zwölften...
bonanzaMARGOT - 2009-12-01 14:26

Literatur



Louis-Ferdinand Celine, Hinrich Schmidt-Henkel, Hinrich Schmidt- Henkel
Reise ans Ende der Nacht.


Charles Bukowski, Hans Hermann
Der Mann mit der Ledertasche.


Knut Hamsun
Mysterien


Ernest Hemingway
Der Garten Eden.


John Steinbeck
Von Mäusen und Menschen.


Jack London
Meistererzählungen.


Walt Whitman
Grashalme.


Herman Melville
Moby Dick


Fjodor M. Dostojewskij, Richard Hoffmann
Schuld und Sühne. Roman in sechs Teilen mit einem Epilog


Viktor Pelewin, Victor Pelewin, Andreas Tretner
Buddhas kleiner Finger.


Cesare Pavese
Der schöne Sommer.


Fernando Pessoa, Alberto Caeiro, Richard Zenith, Inés Koebel
Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares.


Gabriel García Márquez, Dagmar Ploetz
Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Sonderausgabe



Erich Maria Remarque
Die Nacht von Lissabon.


Henry Miller
Stille Tage in Clichy.


Jaroslav Hasek, Grete Reiner
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk.


Gustav Meyrink
Der Golem.


Marael Johnson, Lothar Reiserer, Rainer Wehlen
Eine Verrückte legt los: Gedichte. Engl. /Dt.

Bannerlinks

prosaGEDICHTE



Klicklisten


Listinus Toplisten





Suchmaschineneintrag

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur f�r neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

SummaSummarum