Ich hänge an dem Satz fest "ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin".
Das ist für mich wie sich vorzustellen satt zu sein, wenn ich Hunger habe, oder zu frieren, wenn ich schwitze.
Ein Anachronismus für mich. Da können eher die Rosen anfangen zu reden.
ich stelle es mir vor, weil ich mit dem glück hadere. es geht um das glück zu leben und zu lieben. oft vergessen wir menschen dieses glück, und wir müssen (oder wir müssen nicht) es uns in erinnerung rufen. in dem gedicht ist es also kein anachronismus sondern folgerichtig.
"ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch war", schreibe ich gleich darunter. diese aussage ist natürlich subjektiv überhöht - wie liebende sich als glücklichste menschen sehen - wenn wir das leben lieben, wenn wir uns daran erinnern, wie sehr wir doch das leben lieben, dann sind wir die glücklichsten menschen ... und waren es immer.
in dem gedicht schreibe ich über die ambivalenz von schwermut und dem gewahr werden von leben und liebe ... einsamkeit und sehnsucht, vergänglichkeit und lust auf zukunft ...
die rosen stehen als bild für die hoffnung und für die liebe vor meiner tür.
warum siehst du in meinem vers "ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste mensch auf der welt bin" einen anachronismus? ich schlug jetzt mal nach, was anachronismus bedeutet ... ich war mir nämlich nicht ganz sicher ... und da las ich, dass etwas anachronistisch ist, wenn es der falschen zeit zugeordnet wird - also z.b. ein römer, der eine armbanduhr trägt.
ich kann aber weder "chronisches" noch "anachronisches" in diesem vers entdecken.
Nunja, das war für mich die einzige momentan zur Verfügung stehende Bezeichnung für etwas, das nicht zueinander passt. Hatte mir noch überlegt, ob ich es paradox nennen soll. Falls Du weißt, wie das richtige Wort dafür lautet, wenn es überhaupt eins gibt, sags mir. Aber eigentlich will ich auch gar nicht weiter rumstochern, sonst mutiert das Ganze viel weiter ins Sonderbare, was es gar nicht ist.
Vermutlich ist es einfach so, dass rinpotsche manchmal falsche Wörter zum richtigen Zeitpunkt und umgekehrt verwendet.
Soll ich jetzt überhaupt noch weiter überlegen?
sowieso nur wegen des "anachronismus" reizte, dann brauchst du dir keinen mehr abzubrechen.
"ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste mensch auf der welt bin;
ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch auf der welt war ..."
hier lösen sich zeit und raum in einer überlegung (in einem gefühl) auf - vielleicht bin ich ja glücklich, ohne dass ich etwas davon weiß - das wäre dann ein paradoxon ... oder besser absurd.
nun, glück an sich ist eine absurdität.
es kann sich niemals auf ein ganzes leben beziehen. lediglich in der vorstellung oder in der erinnerung können wir z.b. sagen: "ja, ich führte ein glückliches leben".
in meinem gedicht stelle ich mir das glückliche leben vor - dass es einfach schon genügend glück bedeutet, da zu sein - ich versuche mich damit münchausen-like aus dem sumpf zu ziehen ...
Genug gegrübelt.
Dein Gedicht hat mich traurig gemacht. Das ist die eigentliche Aussage. Alles andere ist Wichtigtuerei von mir!
Ich verstehe die Gefühle nicht, die Liebe hervorrufen, es ist einfach ein luftleerer Raum für mich. Mein Genuss beim Lesen Deiner Texte ist die spannende Fremdartigkeit wie eine unbekannte Kultur, die es zu erforschen gilt.
Vielleicht geh ich heute Abend in den Keller, wo meine Patti Smith Vinyle lagern, und versuche, Deine Gefühle dabei mit aufzulegen.
Bis die Tage
dass ich mit meinen Gedichten das Gefühl der Fremdartigkeit auslösen könnte.
Liebe ist selbst ein Gefühl - hat sicher etwas mit der Akzeptanz des Lebens zu tun und auch dem Lebenskampf. Liebe ist der positive Kleber zur Außenwelt. Ich empfinde nicht immer Liebe, aber ich glaube, dass ich sie ständig oder zumindest oft suche.
In der Liebe sehe ich einen Antrieb weiterzumachen, nicht aufzugeben. Und die Liebe ist mir ein Gegengewicht zu meinem Verstand, der mir zwar hilft, die Fragen des Lebens zu erörtern, mir aber weder Wärme noch Verständnis bringt.
Ohne Liebe würden mich die Ängste auffressen. Liebe bedeutet darum auch Vertrauen ...
Ich kann dir nicht sagen, woher man dieses Vertrauen nehmen soll. Es ist einfach da, wenn man liebt. (Und manchmal ist es weg, als wäre die Liebe nur ein Fake.)
Sei bitte nicht traurig, rinpotsche. Ich bin sicher, dass du auf irgendeine Weise Ähnliches spürst. Leben und Liebe sind wie Mutter und Kind - untrennbar, leider dann und wann zerstritten.
Patti Smith macht tolle progressive Rockmusik mit lyrischen, kritischen, sehr guten Texten. Ich entdeckte sie vor Kurzem mal wieder.
Das ist für mich wie sich vorzustellen satt zu sein, wenn ich Hunger habe, oder zu frieren, wenn ich schwitze.
Ein Anachronismus für mich. Da können eher die Rosen anfangen zu reden.
richtig,
"ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch war", schreibe ich gleich darunter. diese aussage ist natürlich subjektiv überhöht - wie liebende sich als glücklichste menschen sehen - wenn wir das leben lieben, wenn wir uns daran erinnern, wie sehr wir doch das leben lieben, dann sind wir die glücklichsten menschen ... und waren es immer.
in dem gedicht schreibe ich über die ambivalenz von schwermut und dem gewahr werden von leben und liebe ... einsamkeit und sehnsucht, vergänglichkeit und lust auf zukunft ...
die rosen stehen als bild für die hoffnung und für die liebe vor meiner tür.
bon.
Ich komme wieder!
um etwas deinen überlegungen beizusteuern:
ich kann aber weder "chronisches" noch "anachronisches" in diesem vers entdecken.
Gruß von Anna Chronismus
Vermutlich ist es einfach so, dass rinpotsche manchmal falsche Wörter zum richtigen Zeitpunkt und umgekehrt verwendet.
Soll ich jetzt überhaupt noch weiter überlegen?
also, wenn das gedicht dich
"ich stelle mir vor, dass ich der glücklichste mensch auf der welt bin;
ich stelle mir vor, dass ich schon immer der glücklichste mensch auf der welt war ..."
hier lösen sich zeit und raum in einer überlegung (in einem gefühl) auf - vielleicht bin ich ja glücklich, ohne dass ich etwas davon weiß - das wäre dann ein paradoxon ... oder besser absurd.
nun, glück an sich ist eine absurdität.
es kann sich niemals auf ein ganzes leben beziehen. lediglich in der vorstellung oder in der erinnerung können wir z.b. sagen: "ja, ich führte ein glückliches leben".
in meinem gedicht stelle ich mir das glückliche leben vor - dass es einfach schon genügend glück bedeutet, da zu sein - ich versuche mich damit münchausen-like aus dem sumpf zu ziehen ...
Reizend
Ich überlege weiter bei der Arbeit...
schönen
gruß
bon.
Dein Gedicht hat mich traurig gemacht. Das ist die eigentliche Aussage. Alles andere ist Wichtigtuerei von mir!
Ich verstehe die Gefühle nicht, die Liebe hervorrufen, es ist einfach ein luftleerer Raum für mich. Mein Genuss beim Lesen Deiner Texte ist die spannende Fremdartigkeit wie eine unbekannte Kultur, die es zu erforschen gilt.
Vielleicht geh ich heute Abend in den Keller, wo meine Patti Smith Vinyle lagern, und versuche, Deine Gefühle dabei mit aufzulegen.
Bis die Tage
Ich dachte nicht,
Liebe ist selbst ein Gefühl - hat sicher etwas mit der Akzeptanz des Lebens zu tun und auch dem Lebenskampf. Liebe ist der positive Kleber zur Außenwelt. Ich empfinde nicht immer Liebe, aber ich glaube, dass ich sie ständig oder zumindest oft suche.
In der Liebe sehe ich einen Antrieb weiterzumachen, nicht aufzugeben. Und die Liebe ist mir ein Gegengewicht zu meinem Verstand, der mir zwar hilft, die Fragen des Lebens zu erörtern, mir aber weder Wärme noch Verständnis bringt.
Ohne Liebe würden mich die Ängste auffressen. Liebe bedeutet darum auch Vertrauen ...
Ich kann dir nicht sagen, woher man dieses Vertrauen nehmen soll. Es ist einfach da, wenn man liebt. (Und manchmal ist es weg, als wäre die Liebe nur ein Fake.)
Sei bitte nicht traurig, rinpotsche. Ich bin sicher, dass du auf irgendeine Weise Ähnliches spürst. Leben und Liebe sind wie Mutter und Kind - untrennbar, leider dann und wann zerstritten.
Patti Smith macht tolle progressive Rockmusik mit lyrischen, kritischen, sehr guten Texten. Ich entdeckte sie vor Kurzem mal wieder.
Gruß
bon.