Im Dunkellicht (Meist Sonntage)
Es gibt Tage
da sitze ich wie gelähmt
in meiner kleinen Wohnung
schaue durch die Fenster
vor meine Tür
und in die virtuelle Bilderwelt
es sind die Tage, an denen ich sterbe
in einer unerklärlichen Einsamkeit und Angst
meine Träume sehe ich noch
hinter den Wolken fern
aber ich sitze hier
wie festgenagelt
wie eine Fabrik, die stillgelegt, langsam
zerfällt
wie ein Segelschiff bei Flaute
die Planken knarren
und die Mannschaft besäuft sich unter Deck
sie saufen still
einige murmeln vor sich hin
Es gibt Tage, an denen sich in mir
nichts bewegt
wie festgefroren
selbst meine Gedanken und Gefühle
dass mich schaudert
ich bewege mich träge
wie unter einer unsichtbaren Last
unsichtbare Kräfte halten mich gefangen
nehmen mir langsam
das Leben
zwischen meine Träume und mir
schieben sich unsichtbare
Wände
Es gibt Tage
an denen fühle ich mich wie auf
einem Geisterschiff
zweifle
an meiner Lebendigkeit
ob überhaupt etwas lebendig ist?
noch höre ich auf die Stimme meines Verstands
die beruhigend zu mir spricht
wie eine Mutter zum kranken Kind
wie die liebe Erde
zu den Pflanzen, die das Licht suchen
ich würde so gern aufwachen
aufstehen und hinauslaufen
doch mir ist, als wäre das Leben ein böser Traum
und nur der Tod ein
Erwachen daraus
Es gibt Tage, die sind Sumpflöcher
(meist Sonntage)
aus denen ich mich nicht selbst hochziehen kann
sie schlucken mich nicht ganz
da sind noch mein Kopf
meine Stimme
oder besser ihr Murmeln
meine Augen
...
und Worte schreibe ich
wie von Geisterhand
20.07.08
bonanzaMARGOT - 20.07.2008 15:08





















