...
Der Humor ist unsere letzte Bastion vor der Verzweiflung.
(Ralph, 14.08.08)
(Ralph, 14.08.08)
bonanzaMARGOT - 15.08.2008 15:35
momoseven - 17.08.2008 14:55
Lieber bon,
da stehst Du nicht alleine da, mit der Einsamkeit und der Verzweiflung. Ich war schon als Kind oft lieber alleine, weil ich mich da wohler gefühlt habe, und mich wenigstens niemand NICHT verstanden hat. Andererseits scheinen sich Menschen in meiner Nähe wohlzufühlen und entspannen zu können, sich verstanden zu fühlen, was für mich eine gewisse Verantwortung darstellt, und auch eine Freude. Nur hab ich in den letzten Jahren darüber selbst komplett vergessen, dass ich auch mal Verständniss und Entspannung brauche und das hat mich in diese riesengrosse Erschöpfung reinbugsiert. Verlust meines Lebenswillens. Meines Humors.Und plotzlich haben alle an mir gezerrt und gerüttelt, ich solle doch wieder die starke, fröhliche Mone werden, wie vorher, keiner mochte meine Verzweiflung sehen. So tief ist die Erschöpfung, dass ich weiss, sollte ich sie heil überstehen, ich nicht mehr dieselbe sein werde.
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 15:25
da erzählst du etwas,
was ich ähnlich schon desöfteren hörte - z.b. von einigen arbeitskolleginnen. es ist nicht einfach, sich nicht in den vorstellungen der anderen zu verlieren. vielleicht sind frauen eher die wesen, die es allen recht machen wollen. aber auch ich spüre (als mann) diese tendenz. allerdings habe ich eben meinen dickkopf und eine gehörige portion testosteron, die mich wahrscheinlich davor behüten, dass ich mich aussaugen lasse. es gehören bei abhängigkeiten ja immer zwei dazu, also die bereitschaft von beiden seiten. es gibt nehmer und geber, und beide gewöhnen sich an ihre position zueinander. beide leiden im extremfall an ihrer rolle. sie sind wie zwei seiten derselben medaille.
nein, es ist nicht einfach, das gleichgewicht für sich zu halten.
ein leben ist lang genug, um mehrmals umzukippen.
schön, dass du es wieder geschafft hast, dich auf die beine zu stellen. was heißt es schon, derselbe zu bleiben? niemand bleibt in seinem leben derselbe. vielleicht ist da ein kern, wie das innerste mark eines baumstammes. ich will gern daran glauben, dass es etwas gibt, das unveränderlich "ich" bin.
momoseven, mone, danke für deine antworten. solche gespräche geben mir viel.
bon.
nein, es ist nicht einfach, das gleichgewicht für sich zu halten.
ein leben ist lang genug, um mehrmals umzukippen.
schön, dass du es wieder geschafft hast, dich auf die beine zu stellen. was heißt es schon, derselbe zu bleiben? niemand bleibt in seinem leben derselbe. vielleicht ist da ein kern, wie das innerste mark eines baumstammes. ich will gern daran glauben, dass es etwas gibt, das unveränderlich "ich" bin.
momoseven, mone, danke für deine antworten. solche gespräche geben mir viel.
bon.
momoseven - 17.08.2008 16:44
Lieber bon,
es ist lustig, ganz am Anfang, als ich noch nicht genauer nachgelesen habe, dachte ich, Du seist eine Frau. Vielleicht wegen dem Margot in Deinem Usernamen. Das sei als Kompliment gedacht, es kommt soviel Feinfühligkeit und Mitgefühl rüber, in dem was Du schreibst.
Mir tut unser Schriftwechsel auch sehr gut, denn egal ob männlich oder weiblich, ich fühle eine verwandte Seele.
Lieber Gruss
momoseven
Mir tut unser Schriftwechsel auch sehr gut, denn egal ob männlich oder weiblich, ich fühle eine verwandte Seele.
Lieber Gruss
momoseven
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 17:10
klar, dass ich
geschlechtlich ausgerichtet bin als mann. aber in meinem herz schlägt vorallem der mensch, neutrum.
ich liebe die frauen und die männer, wenn sie gute menschen sind; und ich hasse sie, wenn sie zum kotzen sind.
es fing an mit meinen lehrern und lehrerinnen.
nein, es fing bei meinen eltern an - bloß kann ich meine eltern nie hassen. ach, ich rede blödsinn, denn ich habe bisher noch gar keinen menschen gehasst, höchstens kurzfristig - z.b. aus einem trennungsschmerz heraus, oder weil meine eltern ungerecht waren und mich als kind bestraften.
ich verzeihe allen menschen, und ich hoffe, dass die menschen auch mir verzeihen. meine weste ist nicht rein. wie soll ich es ausdrücken? ich will einfach nicht noch mehr schuld auf mich laden. nicht viel mehr - obwohl ich weiß, dass ein leben ohne schuld unmöglich ist.
wenn wir über das menschliche reden, hat die emanzipation längst stattgefunden. für mich existieren dann keine unterschiede zwischen mann und frau (und kind). wobei das kind natürlich ganz besonders schutzbedürftig bleibt.
einiges von dem, was ich sage, klingt bestimmt vielen zu pathetisch und emotional. das erinnert mich an meinen vater, der nie an "diesen" gesprächen, die meine mutter und ich führten, teilnahm.
diesen menschen will ich sagen, dass ich auch anders kann. ein einfacher klaps auf die schulter kann sehr viel ausdrücken ...
also, ich klapse euch allen auf die schulter ...
entschuldigung, die auch das nicht wollen, brauchen es nicht anzunehmen.
momoseven, ich habe stets das gefühl, dass ich relativ orientierungslos in einem see schwimme. ich taste mich da einfach vor. manchmal habe ich das glück, dass dies als feinfühligkeit interpretiert wird; manchmal bekomme ich negative antworten auf meine gedichte und äußerungen.
danke für dein einfühlen.
bon.
ich liebe die frauen und die männer, wenn sie gute menschen sind; und ich hasse sie, wenn sie zum kotzen sind.
es fing an mit meinen lehrern und lehrerinnen.
nein, es fing bei meinen eltern an - bloß kann ich meine eltern nie hassen. ach, ich rede blödsinn, denn ich habe bisher noch gar keinen menschen gehasst, höchstens kurzfristig - z.b. aus einem trennungsschmerz heraus, oder weil meine eltern ungerecht waren und mich als kind bestraften.
ich verzeihe allen menschen, und ich hoffe, dass die menschen auch mir verzeihen. meine weste ist nicht rein. wie soll ich es ausdrücken? ich will einfach nicht noch mehr schuld auf mich laden. nicht viel mehr - obwohl ich weiß, dass ein leben ohne schuld unmöglich ist.
wenn wir über das menschliche reden, hat die emanzipation längst stattgefunden. für mich existieren dann keine unterschiede zwischen mann und frau (und kind). wobei das kind natürlich ganz besonders schutzbedürftig bleibt.
einiges von dem, was ich sage, klingt bestimmt vielen zu pathetisch und emotional. das erinnert mich an meinen vater, der nie an "diesen" gesprächen, die meine mutter und ich führten, teilnahm.
diesen menschen will ich sagen, dass ich auch anders kann. ein einfacher klaps auf die schulter kann sehr viel ausdrücken ...
also, ich klapse euch allen auf die schulter ...
entschuldigung, die auch das nicht wollen, brauchen es nicht anzunehmen.
momoseven, ich habe stets das gefühl, dass ich relativ orientierungslos in einem see schwimme. ich taste mich da einfach vor. manchmal habe ich das glück, dass dies als feinfühligkeit interpretiert wird; manchmal bekomme ich negative antworten auf meine gedichte und äußerungen.
danke für dein einfühlen.
bon.
momoseven - 17.08.2008 17:29
Danke, bon
Das bringt mich tatsächlich fast zum Weinen.
Meine Einfühlsamkeit wird mir selten gedankt.
Unschuldig war ich zuletzt als kleines Kind, und meine grösste Schuld war die, dass ich alle Schuld auf MICH nehmen wollte. Diese Entscheidung habe ich sehr früh getroffen, und auch daher kommt meine Erschöpfung.
Da kommt so ein Klaps auf die Schulter gerade richtig.
Und ich klapse sanft zurück.
Mone
Meine Einfühlsamkeit wird mir selten gedankt.
Unschuldig war ich zuletzt als kleines Kind, und meine grösste Schuld war die, dass ich alle Schuld auf MICH nehmen wollte. Diese Entscheidung habe ich sehr früh getroffen, und auch daher kommt meine Erschöpfung.
Da kommt so ein Klaps auf die Schulter gerade richtig.
Und ich klapse sanft zurück.
Mone
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 17:36
okay.
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 18:04
verrückt,
wie uns die schuldlose schuld ein leben lang verfolgt.
ich bin mir da selbst ein psychotherapeut.
klar, nicht der beste. aber wenisgstens der beste, den ich kenne.
als meine mutter nervenkrank wurde, fiel die person weg, zu der ich am meisten vertrauen hatte. ich war damals ein teenie. ach was, ich war noch ganz ein kind.
ich lebte nur noch in der angst, meine mutter in diesem nervlich desolaten zustand vorzufinden (z.b. wenn ich von der schule nach hause kam). ich fing an, meine mutter zu hassen, den menschen, den ich am meisten liebte. ich wünschte sie mir irgendwann weg in die nervenklinik ... ja, ich wünschte sie mir sogar tot.
zwischendurch ging es meiner mutter besser, und die ganze familie atmete auf; aber es war nur eine frage der zeit, dass sie wieder ihre nervenzusammenbrüche, ihre hysterischen anfälle bekam, wo sie tagelang nur weinte.
es ging jahrelang. kaum ein tag verging, wenn ich nach hause kam, dass ich nicht meine ohren spitzte, um zu hören, wie meine mutter gerade drauf war.
lange zeit konnte ich meine mutter nicht in den arm nehmen.
heute kann ich es wieder, aber ... ich glaube, sie weiß gar nichts mehr von diesen schrecklichen zeiten. ich weiß es nicht.
natürlich habe ich schuldgefühle.
ich hasste meine mutter.
ich wünschte sie tot.
und hier schreibe ich! alles! alles!
verdammt!
und dann kommen die wichser aus ihren ecken, die meinen sie müssten besonders intelligent sein oder besonders cool.
nein!
never!!
bon.
ich bin mir da selbst ein psychotherapeut.
klar, nicht der beste. aber wenisgstens der beste, den ich kenne.
als meine mutter nervenkrank wurde, fiel die person weg, zu der ich am meisten vertrauen hatte. ich war damals ein teenie. ach was, ich war noch ganz ein kind.
ich lebte nur noch in der angst, meine mutter in diesem nervlich desolaten zustand vorzufinden (z.b. wenn ich von der schule nach hause kam). ich fing an, meine mutter zu hassen, den menschen, den ich am meisten liebte. ich wünschte sie mir irgendwann weg in die nervenklinik ... ja, ich wünschte sie mir sogar tot.
zwischendurch ging es meiner mutter besser, und die ganze familie atmete auf; aber es war nur eine frage der zeit, dass sie wieder ihre nervenzusammenbrüche, ihre hysterischen anfälle bekam, wo sie tagelang nur weinte.
es ging jahrelang. kaum ein tag verging, wenn ich nach hause kam, dass ich nicht meine ohren spitzte, um zu hören, wie meine mutter gerade drauf war.
lange zeit konnte ich meine mutter nicht in den arm nehmen.
heute kann ich es wieder, aber ... ich glaube, sie weiß gar nichts mehr von diesen schrecklichen zeiten. ich weiß es nicht.
natürlich habe ich schuldgefühle.
ich hasste meine mutter.
ich wünschte sie tot.
und hier schreibe ich! alles! alles!
verdammt!
und dann kommen die wichser aus ihren ecken, die meinen sie müssten besonders intelligent sein oder besonders cool.
nein!
never!!
bon.
momoseven - 17.08.2008 18:21
Lieber bon,
ich kann mir wahrscheinlich nicht mal annähernd vorstellen, wie schrecklich das für Dich gewesen sein muss. Zu entdecken, dass man die Person hasst, die man am meisten liebt, ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Kind passieren kann. Vor allem, weil einem niemand sagt, dass das eigentlich eine gesunde Reaktion ist, die auf Selbstschutz basiert, und weil man sonst vor lauter Mitgefühl sterben müsste. Es ist der Versuch sich abzugrenzen, um selbst gesund zu bleiben, Kinderlogik, aber da die Menschen Kinder oft am wenigsten verstehen (weil sie vergessen haben, dass sie selbst mal welche waren), hasst man sich selbst dafür, und bleibt mit diesem Hass und dieser Schuld oft ein Leben lang allein.
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 18:34
es ist viele jahre her,
es gehört zu meinem leben, ich bin nicht froh darüber, aber ich bin auch nicht unfroh - die vergangenheit bleibt vergangenheit. manchmal holt sie einen allerdings wieder ein. meine eltern leben noch.
ich liebe sie lieber aus der distanz. wenn sie dann vor mir stehen, geht mir aber das herz auf. ich hadere damit, in wieweit meine gefühle aus einer verpflichtung heraus entstehen - oder echt echt echt sind.
keine ahnung. ich müßte mal meine eltern fragen, wie sie zu mir stehen. ich glaube, die haben da ähnliche probleme, ihre gefühle zu sortieren.
mein gott, meine eltern standen in den wirklichen harten zeiten hinter mir. aus schuldgefühlen?
ups.
ich möchte nicht alles auseinanderdividieren, was es an gefühlen gibt. ich möchte die gefühle lieber auf einen gemeinsamen nenner bringen.
gedichte schreibe ich, weil ich mich schon immer mit dem sinn des lebens auseinandersetzte. hinzu kam mit den jahren eine persönliche aufarbeitung meines ganz persönlichen lebens.
und dann vermischte sich beides zu den prosagedichten, die hier zu lesen sind.
ob das so gesund ist, weiß ich nicht.
es ist mir im grunde auch egal.
bon.
ich liebe sie lieber aus der distanz. wenn sie dann vor mir stehen, geht mir aber das herz auf. ich hadere damit, in wieweit meine gefühle aus einer verpflichtung heraus entstehen - oder echt echt echt sind.
keine ahnung. ich müßte mal meine eltern fragen, wie sie zu mir stehen. ich glaube, die haben da ähnliche probleme, ihre gefühle zu sortieren.
mein gott, meine eltern standen in den wirklichen harten zeiten hinter mir. aus schuldgefühlen?
ups.
ich möchte nicht alles auseinanderdividieren, was es an gefühlen gibt. ich möchte die gefühle lieber auf einen gemeinsamen nenner bringen.
gedichte schreibe ich, weil ich mich schon immer mit dem sinn des lebens auseinandersetzte. hinzu kam mit den jahren eine persönliche aufarbeitung meines ganz persönlichen lebens.
und dann vermischte sich beides zu den prosagedichten, die hier zu lesen sind.
ob das so gesund ist, weiß ich nicht.
es ist mir im grunde auch egal.
bon.
Elisabetta1 - 20.08.2008 09:51
hallo bon !
deine zeilen ueber die krankheit deiner mutter haben mich sehr beruehrt. obwohl ich nicht das selbe schicksal teilen musste, war ich in einer aehnlichen lage.
als meine beiden eltern gestorben waren ( beide innerhalb eines jahres ) war ich derart *erloest* , dass ich noch 2 ( in worten ZWEI ) jahre lang albtraeume hatte.
immer wieder traeumte ich, dass sie vor der tuere standen und zurueckkaemen. selbst meine worte * aber ihr seid doch beide schon tot * haben nichts bewirkt - beim naechsten traum, die selben erlebnisse. es war schrecklich.
bei jedem laeuten an der tuere,(tagsueber) dachte ich , vielleicht wird es eines tages wirklichkeit und ich habe deren tod nur getraeumt. dabei war mein verhaeltnis zu ihnen gar nicht mal so schlecht, aber ich fuehlte mich jahrelang *gefangen* durch ihre ansprueche an zeit, aufmerksamkeit usw.
und die dominante art meiner mutter, war wirklich eine grosse belastung. heute 23 jahre spaeter, verblassen diese eindruecke, aber deine worte haben mir die erinnerung sehr deutlich werden lassen.
liebe gruesse
als meine beiden eltern gestorben waren ( beide innerhalb eines jahres ) war ich derart *erloest* , dass ich noch 2 ( in worten ZWEI ) jahre lang albtraeume hatte.
immer wieder traeumte ich, dass sie vor der tuere standen und zurueckkaemen. selbst meine worte * aber ihr seid doch beide schon tot * haben nichts bewirkt - beim naechsten traum, die selben erlebnisse. es war schrecklich.
bei jedem laeuten an der tuere,(tagsueber) dachte ich , vielleicht wird es eines tages wirklichkeit und ich habe deren tod nur getraeumt. dabei war mein verhaeltnis zu ihnen gar nicht mal so schlecht, aber ich fuehlte mich jahrelang *gefangen* durch ihre ansprueche an zeit, aufmerksamkeit usw.
und die dominante art meiner mutter, war wirklich eine grosse belastung. heute 23 jahre spaeter, verblassen diese eindruecke, aber deine worte haben mir die erinnerung sehr deutlich werden lassen.
liebe gruesse
bonanzaMARGOT - 20.08.2008 14:06
hallo elisabetta,
ich fürchte mich vor dem sterben und tod meiner eltern. da ich im altenheim arbeite, habe ich einiges vor augen. am liebsten würde ich ausreißen. einige arbeitskolleginnen haben nach feierabend noch ihre eltern zur pflege daheim. eine horrorvorstellung! vielleicht fürchte ich mich auch, weil viele dinge zwischen mir und meinen eltern nie richtig ausgesprochen wurden. mit den jahren verblasste zwar die vergangenheit mit der schwierigen leidenszeit meiner mutter, aber innendrin schlummern noch all die gefühle, da bin ich ziemlich sicher. auch gegenüber meinem vater gibt`s einiges, was ich niemals vergessen kann. ich würde mir wie du nichts lieber wünschen, als mich endlich frei (von ihnen) zu fühlen.
immer habe ich das gefühl, ich muss mit meinen handlungen und entscheidungen ihnen gegenüber rechenschaft ablegen; und ich bilde mir ein, dass mich das gewaltig bremst im leben.
auf der anderen seite: so wurde die versuchung nicht zu groß, eine bank zu überfallen. die eltern fungieren im hintergrund als moralwächter.
die dominanz deiner eltern muß gewaltig gewesen sein, wenn sie dich sogar noch nach dem tod im griff hatten. wie gesagt, ich fürchte mich vor der zukunft, was in dieser hinsicht auf mich zukommen wird. zur zeit haben meine eltern und ich ein bequem distanziertes verhältnis. vielleicht bin ich mehr in mir selbst gefangen, und nehme meine eltern nur als alibi ... für meine mutlosigkeit, meine zukunftsängste, meine ratlosigkeit.
das ist ja das dumme, ich kann selbst nicht beurteilen, wie sehr ich wirklich in dieser familiengeschichte drinstecke; wie sehr mich die kindheits-/jugenderfahrungen prägten.
gruß
bon.
immer habe ich das gefühl, ich muss mit meinen handlungen und entscheidungen ihnen gegenüber rechenschaft ablegen; und ich bilde mir ein, dass mich das gewaltig bremst im leben.
auf der anderen seite: so wurde die versuchung nicht zu groß, eine bank zu überfallen. die eltern fungieren im hintergrund als moralwächter.
die dominanz deiner eltern muß gewaltig gewesen sein, wenn sie dich sogar noch nach dem tod im griff hatten. wie gesagt, ich fürchte mich vor der zukunft, was in dieser hinsicht auf mich zukommen wird. zur zeit haben meine eltern und ich ein bequem distanziertes verhältnis. vielleicht bin ich mehr in mir selbst gefangen, und nehme meine eltern nur als alibi ... für meine mutlosigkeit, meine zukunftsängste, meine ratlosigkeit.
das ist ja das dumme, ich kann selbst nicht beurteilen, wie sehr ich wirklich in dieser familiengeschichte drinstecke; wie sehr mich die kindheits-/jugenderfahrungen prägten.
gruß
bon.
Elisabetta1 - 20.08.2008 21:01
hallo bon again !
danke fuer deine antwort.
erschwerend fuer dich und deine aengste ist , so glaube ich, auch dein beruf. es ist ein schwerer und stets fordernder job, den du da ausuebst, mit relativ wenig positivem erfolg. damit meine ich, dass es immer alte menschen sind, die du betreust, deren allgemeinzustand nicht besser , sondern eher schlechter wird und deren geistiger verfall mitunter eklatant schnell vor sich geht.
ich besuche regelmaessig 2 damen , welche in altenheimen untergebracht sind und ehrlich gesagt, jedes mal , wenn ich diese haeuser wieder verlassen kann, atme ich auf und hoffe, dass ich NIEMALS in so ein pflegeheim gehen muss.
bei einem meiner letzten besuche, sass ich mit 11 damen um einen tisch und KEINE , hat auch nur ein wort gesprochen ;-(((
ich wuensche dir viel kraft, um all die anforderungen, die an dich gestellt werden, zu bewaeltigen ohne, dass du selbst irgendwelchen schaden nimmst.
liebe gruesse
erschwerend fuer dich und deine aengste ist , so glaube ich, auch dein beruf. es ist ein schwerer und stets fordernder job, den du da ausuebst, mit relativ wenig positivem erfolg. damit meine ich, dass es immer alte menschen sind, die du betreust, deren allgemeinzustand nicht besser , sondern eher schlechter wird und deren geistiger verfall mitunter eklatant schnell vor sich geht.
ich besuche regelmaessig 2 damen , welche in altenheimen untergebracht sind und ehrlich gesagt, jedes mal , wenn ich diese haeuser wieder verlassen kann, atme ich auf und hoffe, dass ich NIEMALS in so ein pflegeheim gehen muss.
bei einem meiner letzten besuche, sass ich mit 11 damen um einen tisch und KEINE , hat auch nur ein wort gesprochen ;-(((
ich wuensche dir viel kraft, um all die anforderungen, die an dich gestellt werden, zu bewaeltigen ohne, dass du selbst irgendwelchen schaden nimmst.
liebe gruesse
bonanzaMARGOT - 21.08.2008 13:22
der beruf des altenpflegers
wäre viel erträglicher, wenn die arbeitsbedingungen und die personalsituation besser wären. leistungsdruck durch den arbeitgeber bei zu wenig personal führen permanent zu überforderungssituationen und dann auch zu pflegefehlern und vernachlässigungen.
dieses manquo führt zu frust und burnout bei uns.
die altenpflege ist für unsere arbeitgeber ein geschäft, in welchem wie in der freien wirtschaft gelogen und geheuchelt wird, um möglichst gut dazustehen. und wie überall ist der arbeiter an der basis der depp, und im falle der altenpflege sind es dazu die schwächsten der schwachen, die alten und pflegebedürftigen, jedenfalls jene, die sich sonderbehandlungen und eine luxuspflege nicht leisten können.
die zweiklassengesellschaft ist längst wirklichkeit.
man passt sich an, oder verzweifelt.
keine ahnung - ich bin irgendwie beides.
danke, elisabetta, für deine guten wünsche.
bon.
dieses manquo führt zu frust und burnout bei uns.
die altenpflege ist für unsere arbeitgeber ein geschäft, in welchem wie in der freien wirtschaft gelogen und geheuchelt wird, um möglichst gut dazustehen. und wie überall ist der arbeiter an der basis der depp, und im falle der altenpflege sind es dazu die schwächsten der schwachen, die alten und pflegebedürftigen, jedenfalls jene, die sich sonderbehandlungen und eine luxuspflege nicht leisten können.
die zweiklassengesellschaft ist längst wirklichkeit.
man passt sich an, oder verzweifelt.
keine ahnung - ich bin irgendwie beides.
danke, elisabetta, für deine guten wünsche.
bon.

























nun,
natürlich ist es als zum tode verurteilter kurz vor der hinrichtung sicher nicht mehr leicht, humor aufzubringen. dennoch - vielleicht wenn er vorher eine haschpfeife rauchen durfte ...
ich stelle mir vor, wie sich der henker und der delinquent gegenseitig witze erzählen und dabei ganz die hinrichtung vergessen.
"scheiße", sagt dann irgendwann der henker, noch vor lachen schluchzend, "ich muß leider ..."
und der delinquent: "tu, was du nicht lassen kannst, haha! hast du nicht noch einen witz für mich?"
aber da saust schon das fallbeil hernieder und köpft den verurteilten.
"guter kerl", murmelt der scharfrichter.
momoseven, ich glaube, dass dies die grundbedeutung des humors ist, dass die menschen ihre ängste in den eingeweiden am besten besiegen können, wenn sie sich noch irgendwie was lustiges sagen. der wohlstandsbürger freilich lacht mehr wie ein idiot. sein humor ist nicht aus der not sondern aus dem überfluss, aus der dekadenz geboren.
wieso bist du krumm und schief? haltungsschaden oder zu oft im wind spazieren gegangen?
bon.
Humor ist
Ich bin übrigens nicht in echt krumm und schief (nicht dass Du Dir jetzt vorstellst, ich sei bucklig!) Nein, damit meinte ich, dass ich sehr viel lache in meinem Leben, auch wenn ich oft sehr verzweifelt bin. Erst, wenn ich über mich selber nicht mehr lachen kann, dann steht es wirklich ernst um mich, ist ein paarmal passiert, und war mit das Erschreckendste, was ich erlebt habe.
ja,
ich würde mich weder als besonders herzlichen, humorvollen noch als humorlosen, überernsten menschen ansehen. ich neigte schon immer zur schwermut, lachte aber auch immer gern sehr viel. zwischenzeitlich etwas weniger. am besten läßt es sich unter menschen lachen. ich lebe allein und träume in den tag. doch bestimmt bin ich kein griesgram. keine ahnung. nein, ich wurde hoffentlich nicht zu sehr kauzig.
verzweiflung ist ein lebensthema von mir, verzweiflung und einsamkeit - nicht die einsamkeit, dass einem menschen fehlen, sondern die einsamkeit an sich als mensch, der dazu verdammt ist, sein leben zu leben und unweigerlich auf den tod zuzusteuern.
dazu kommt, dass man um sein bisschen glück auch noch kämpfen muß; dass man sich mit mitmenschen herumschlagen muss, für die menschlichkeit scheinbar was außerirdisches ist.
ja, mich kotzt die welt an, in der ich lebe.
dumme sache.
(jetzt z.b. lache ich.)
gruß
bon.