Sonntag in Schriesheim




und wieder ist Sonntag
die Engel picknicken
Wolkenlachen
alles wie frisch gebadet
frisch geölt
und der Wind hat gute Laune
Menschen spiegeln
sich im Autolack
ihr Lächeln duftet nach Zufriedenheit
ihre Unterwäsche
gebügelt
der Sitz einwandfrei
reden im Café über
den letzen Tauchausflug
die schönen, bunten Fische
wie viel der Tiefenmesser anzeigte
blecken ihre weißen, blitzenden
Zähne
und bezahlen mit Karte
ich fühle mich, als wäre ich
in einem Werbefilm
(für Zahnpasta?)
aber es ist nur

Sonntag in Schriesheim



17.08.08

schreiben wie atmen - 17.08.2008 17:31

Mal wieder...

... und nochmal: ein Gedicht, dass einen Grund mehr liefert Dich sehr zu mögen.
Wie gut ich das kenne, dieses allsonntäglich von Neuem leergedroschene leere Stroh das nie voll war.
Blutleer und bunt, aber gutaussehend. Das Schlimme, das Schmerzhafte daran ist - es tut den Menschen wirklich weh ohne dass sie es wissen. sie halten diesen Schmerz schon für normal.

Jedenfalls respekt- und liebevolle Grüße an den Verfasser

von der Alten Saeckin

bonanzaMARGOT - 17.08.2008 17:33

diesmal

drücke ich dich zuerst ...

danke für die antwort.

bon.
schreiben wie atmen - 17.08.2008 17:36

Danke

für die Umarmung. Sie fällt in eine Leere die gerade beginnt heftig weh zu tun. Vielleicht hilft sie mir ja aushalten. Nehme sie jedenfalls dankbar mit in den Abend.

d.A.S.
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 17:45

ich weiß,

worte allein können uns nur kurz trösten. trotzdem gibt es worte, die uns unser leben lang begleiten.

für den moment müssen wir die leere ertragen.
scheiße.

meine leere ist übrigens auch nicht ohne.

bon.
schreiben wie atmen - 17.08.2008 17:52

ja, ertragen ist üben...

weinen aber darf man ungestraft wenn keiner hinguckt. gehe mir jetzt eine stille ecke suchen. der druck muss raus, sonst platze ich demnächst.

fühl dich ein bissl gehalten von mir
virago - 17.08.2008 19:49

Ja, kenn ich auch...

... und ich stoße mich am meisten am Zahnpasta-Lächeln - und an der Forderung, jeder Mensch müsse, da es doch schließlich technisch möglich sei, auch in fortgeschrittenem Alter für blütenweiße Zähne sorgen. Kostet Geld. Na und? Wer gepflegt sein will, zahlt das eben. Zahnfrisur, Popschpolitur, und morgen sagt mir dann wohl jemand, ich müsse mir die inneren Schamlippen operieren lassen, weil sie so unzüchtig hängen und gar nicht nach den Schamlippen einer 14jährigen aussehen, wie sie es eigentlich sollten ...

Rasierst du dir die Sackhaare? Nein? Wie schockierend. Wie willst du da noch bei Frauen punkten? Der Mann von heute ist unbehaart.

bonanzaMARGOT - 17.08.2008 20:02

virago,

keine ahnung. ich finde, es gibt mehr attribute als die sackhaare, die einen mann und menschen ausmachen.

danke für deinen humorvollen kommentar.

bon.
virago - 17.08.2008 20:13

Natürlich

gibt es mehr Attribute, die einen Mann ausmachen. Ich meinte den abstrusen Schönheits- und Hygienewahn, der immer mehr um sich greift. Vor zwanzig Jahren, so erinnere ich mich, lachten wir noch über die Erfahrung von Mädchen, die als Au-Pair in den USA von ihren Gastfamilien als kleine Schweinchen betrachtet wurden, weil sie sich die (mit 18 oder 19 meist ohnehin noch sehr spärlichen) Achselhaare nicht rasierten. Heute lacht niemand mehr darüber. Heute kann ich als Frau kein ärmelloses Top tragen, wenn meine Achselhaare länger als einen halben Zentimeter sind (und das ist schon extrem ungepflegt). Haare an den Unterschenkeln (meine sind hellblond und kaum sichtbar) sind ebenfalls ein Unding. Nun denn, frau passt sich an. Wetten, dass du dir in fünf Jahren auch (zumindest) die Achseln rasierst, um nicht als Dödel dazustehen, der keine Kultur hat?
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 20:22

ja, ja,

ich weiß schon, da muss man sich ja nur die pornos angucken.
mir aber egal, ob eine frau rasiert ist oder nicht.
erstmal.
lieber himmel, worüber man nicht alles reden kann.
juckt dich sonst noch was?
virago - 17.08.2008 20:28

ähh...

... meinst du Filzläuse?
bonanzaMARGOT - 17.08.2008 20:40

genau

filzläuse, die sind zur zeit überall. kaum vorstellbar, wo die überall sind.

ich bin kurz davor zu verstehen, warum man die wasserstoffbombe einsetzte.

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