halt




zeit wie wasser
umschließt dich nicht nur
ist in dir lebendig
im blut, in den säften, die strömen
und pulsen
das gestern ein ort
morgen verdacht
jetzt in der stille
bei sprachlosen engeln

gibt ohne wollen
will ohne wissen
weiß ohne
halt
fließt, um zu fließen
mit deiner gestalt
allgegenwärtig
gestern zu werden
bei sprachlosen engeln

der tod ist morgen
noch morgen
noch hält dich das kleid
gewoben in zeit




(16.01.2009)

iwillbe - 16.01.2009 15:21

sehr denkanstößig*s* wir treiben die zeit und die zeit treibt uns weiter aus ihr hinaus...(oder so)

bonanzaMARGOT - 16.01.2009 15:53

hm. die zeit treibt uns vor sich her, würde ich sagen. die zeit ist in uns, weil wir leben.
im extremfall ist die zeit nur eine illusion. trotzdem für jedes lebewesen selbstverständlich. aber doch erst mit der möglichkeit, die wirklichkeit zu reflektieren.
der beobachter bestimmt die zeit. wenn wir aufhören zu beobachten, sind wir tot.
ein insekt lebt in einer anderen zeitwelt, in einer anderen beobachtungs- und reflektionswelt.
ein engel auch.


bon.
iwillbe - 16.01.2009 16:09

also reißt die zeit uns mit sich, bis wir tot sind und aus der zeit gefallen sind vielleicht bleiben wir dann draußen und können hineinsehen vielleicht sammelt die zeit uns auch nach einiger zeit oder an anderer stelle wieder ein... wer weiß? da wir in der zeit drin stecken haben wir nicht so den überblick.
bonanzaMARGOT - 16.01.2009 16:38

der überblick fehlt uns allerdings. wie man gewöhnlich sein herz nicht bei lebendigem leibe sehen kann und darauf vertraut, dass es schlägt, so kommen wir nicht aus dieser "zeithaut" heraus.
sie ist einfach zu substantiell. wie eben auch das herz. ohne herz - tot. ohne zeit - tot. ohne wasser - tot.
wenn wir uns erinnern könnten, wie es vor der geburt war ...
und noch vorher.
vor der zeugung.
himmel, ich stelle mir vor, wie ich meiner eigenen zeugung beiwohne. ich hänge in einer ecke zimmers und schaue meinen eltern zu: also so entstand ich ...
ups!
iwillbe - 16.01.2009 16:48

also es gibt dinge.... die möchte man eigentlich garnicht wissen....
bonanzaMARGOT - 16.01.2009 16:55

stimmt, ich gucke nicht gern in den spiegel.
creature - 16.01.2009 18:13

ich auch nicht, warum?
ich sehe das baby und den alten mann und die zeit und ich weiß, einmal sehe ich nichts mehr oder alles!
Luna in flagranti - 23.01.2009 16:12

hi bon, ich habe schon gestern immer wieder versucht, dem fluss der worte halt zu gebieten - anzuhalten, ihm standzuhalten. es ist schwer. immer wieder fügen sich worte und zeilen zu einem neuen sinn zusammen und erzeugen nachdenklichkeit. ein gedicht so recht nach meinem geschmack!
lg von der luna

bonanzaMARGOT - 23.01.2009 16:19

danke luna - solange es fließt, ist, bei aller vielleicht negativen sicht, auch spaß dabei.
man muss mit den dingen fließen, mit seinen gefühlen, mit dem ganzen mist, der da rumschwimmt ...

gruß
bon.

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