das leben ist keine treppe, kein fahrstuhl und kein ponyhof, sondern das was man draus macht... aber n guter parkplatz ist es denk ich nicht... könnte auf dauer kalt werden am po.
stimmt, kann ziemlich kalt werden am hinterteil - und auch anderswo.
fürs parken hat man parkplätze erfunden. es ist ja heute so, dass man bereits verscheucht wird, wenn man sich wo auf den bürgersteig setzt - irgendwie finden das die leute asozial und unanständig.
wieso eigentlich?
das ist der neid derer die sich keinen moment des müßiggangs erlauben, weil sie glauben sich das nicht leisten zu können. hängt aber glaub ich auch von der optik der sitzenden ab, wie darauf reagiert wird. jemand in anzug, schlips und kravatte wird wahrscheinlich eher unter performanceverdacht gestellt, als dass man ihm nutzloses rumlungern vorwerfen würde...
(ein tip am rande: in spanien sollte man sich niemals dazu hinreißen lassen sich mit seinem allerwertesten auf dem fußboden einer diskothek niederzulassen... das kann böse und schmerzhaft enden)
wieso? schon mal ausprobiert in spanien?
ich gehe nicht in discotheken, und in spanien schon gar nicht - ist überhaupt schon (zu) lange her, dass ich im süden war.
ich finde, dass unsere innenstädte zu bloßen konsumtempeln in den letzten jahrzehnten verkamen. da sind individuen, die sich spontan eine oase der gemütlichkeit und geselligkeit schaffen, nicht erwünscht. vorallem die geschäftsleute mögen das nicht: sie wollen eine saubere innenstadt ohne "gesindel" - die leute sollen gefälligst brav einkaufen und brav in den cafés und restaurants trinken und essen.
als ich in den achtzigern unterwegs war, fing es langsam damit an, dass sie die straßenmusiker verscheuchten. aber eine zeit lang saßen noch ganze gruppen junger leute in der fußgängerzone zusammen, hatten spaß, machten musik, tranken, knutschten ...; und wir fanden das ganz normal. für die kneipen hatten wir außerdem kein geld. in die stadt trampten wir. siehst du heute noch tramper an ortsausgängen stehen? kaum noch, oder?
die scheiß spießer und kapitalisten haben gewonnen. heute sind andere sachen gefragt, um cool zu sein.
die jungen leute, die heute anders sein wollen, werden regelrecht an den rand der gesellschaft gedrängt - wo sie dann leider wirklich im sumpf landen.
ja das war vor jahren mal im urlaub in irgendsoeiner ferienanlage mit eigener diskothek in die aber auch andere leute durften... auf jedenfall wurde man nicht zweimal gebeten aufzustehen sondern beim zweiten mal direkt brutal aus den räumlichkeiten entfernt... obwohl wir uns das zweite mal an eine stelle gesetzt hatten wo es wirklich niemanden behindert hätte... naja... (damals wollte ich auch noch gerne anders sein)
als ich in den achzigern unterwegs war bin ich noch gekrabbelt...
heutzutage gibt es extra einrichtungen in denen straßenmusiker sich eine lizenz zum musizieren holen müssen, um zu verhindern, dass der einkaufsmarathon durch schiefe töne verdorben wird...
oder es soll verboten werden, dass auf offener straße alkohol konsumiert wird, weil sonst parks als treffpunkt genutzt werden würden... hauptsache alles wird von oben diktiert und geregelt...
allerdings ist das anders sein wolln heutzutage ja gerade die mode, so dass anders sein eigentlich garnicht mehr möglich ist... ist ohnehin ein merkwürdiges ziel... anders sein... sich abgrenzen... das fördert seltsamerweise am ende den gruppenzwang... ich finde man kann ruhig spießig und kapitalistisch sein... solange es nicht auf kosten anderer passiert und solange man nicht vergisst sich ab und zu mal hinzusetzen und zurückzugucken.
iwillbe, ich toleriere auch die spießer und kapitalisten - sie gehören nunmal zu unserer welt, aber sie haben für meinen geschmack zu viel raum in der kultur/gesellschaft eingenommen.
es liegt vielleicht daran, dass ich mich (wenn ich mich anstrenge) noch an andere zeiten erinnern kann. es geht nicht um das anders sein als modeerscheinung - sondern um das anders sein in der kritischen auseinandersetzung mit den herrschenden klassen, dem eigenen leben und dem mainstream. ich fühle die heutige zeit zu sehr vom konsum als verblödungsmaschinerie unterminiert. den kids und jungen leuten mache ich keinen vorwurf. sie sind spätestens in den achtzigern in diesen absoluten wahnsinn des wohlstands und des bedingungslosen konsums hinein geboren worden. es gab zu wenig reibungspunkte, um sich davon richtig und entscheidend zu distanzieren. die grüne bewegung war so ziemlich das letzte, was in diese richtung ging ...
wo findest du heute noch wahrhaftigen idealismus? man wird dann schnell als spinner und utopist abgetan. diese leute vergessen aber, dass eine welt/gesellschaft/kultur ohne nennenswerte ideale langsam aber sicher vor die hunde geht.
aber wir haben doch ideale, das sieht man schon wenn man schüler fragt was sie mal werden wollen: arbeitslos einfach so rumhängen.. nichts tun... oh ne! MEGASTAR! so rischtisch viel kohle haben... das wär cool!
das ist genau das was man im fernsehen zu sehen bekommt, wenn man die falschen sender (über die aber ja jeder spricht und die man deshalb sehen muss...) sieht... aber wenn man den ganzen tag nur fern sieht kann man auch garnichts anderes ertragen als diese volksverdummung...
nachdem ich die letzten 3 jahre nicht ferngesehen habe und nun dummerweise in eine wohnung mit kabelanschluss gezogen bin, bin ich mit der faszination des entsetzens in den rtlsumpf geschliddert und kann nun viele beobachtungen der letzten zeit einer quelle zuschreiben, was die sache nicht besser macht.
das perfide daran ist, dass sie angefangen haben die dummheit, die sie selbst mit verschuldet haben, nun vor die kamera stellen ...
ich glaube es mangelt weniger an idealisten als vielmehr daran, dass es den leuten scheißegal ist ob die welt zugrunde geht oder nicht, solange sie sich das ganze mit chips und bier im fernsehen ansehen können.
was wir eigentlich brauchen ist einen jahrelangen stromausfall, damit wir mal wieder zeit haben uns die welt wirklich aus der nähe anzusehen.
(hat das mit treppen jetzt noch was zu tun?)
Nachtrag:
gerade wurde auf pro sieben ein mädchen gezwungen einen fremden mann zu küssen, weil man das in der werbung erwartet... (soviel zum thema werte... man muss OFFEN sein...tz)
das fernsehen in der heutigen ausprägung und verflachung hat bestimmt großen anteil an der verblödungsmaschinerie.
selbstkritisch muß ich zugeben, dass ich viel zu viel fern sehe. dabei wäre lesen stattdessen fruchtbarer und auch gesünder für die psyche. es ist so furchtbar leicht, ein fernseh-junkie zu werden.
diese verteufelte bequemlichkeit, sich berieseln zu lassen!
gut, dass nicht nur beknackte sachen über den bildschirm flimmern.
wenn ich mir überlege, dass sehr viele menschen in diesem medien-wahnsinn groß werden ...
da stellt sich mir auch die frage, wie sehr wir über das fernsehen manipuliert werden. ab und zu eine fernsehabstinent ist wichtig, wie du es drei jahre durchhieltst, iwillbe, - finde ich klasse. deine gedanken dazu wären vielleicht eine gute anregung für ein gedicht mit dem titel "das leben ist (k)ein fernsehsessel".
fürs parken hat man parkplätze erfunden. es ist ja heute so, dass man bereits verscheucht wird, wenn man sich wo auf den bürgersteig setzt - irgendwie finden das die leute asozial und unanständig.
wieso eigentlich?
(ein tip am rande: in spanien sollte man sich niemals dazu hinreißen lassen sich mit seinem allerwertesten auf dem fußboden einer diskothek niederzulassen... das kann böse und schmerzhaft enden)
ich gehe nicht in discotheken, und in spanien schon gar nicht - ist überhaupt schon (zu) lange her, dass ich im süden war.
ich finde, dass unsere innenstädte zu bloßen konsumtempeln in den letzten jahrzehnten verkamen. da sind individuen, die sich spontan eine oase der gemütlichkeit und geselligkeit schaffen, nicht erwünscht. vorallem die geschäftsleute mögen das nicht: sie wollen eine saubere innenstadt ohne "gesindel" - die leute sollen gefälligst brav einkaufen und brav in den cafés und restaurants trinken und essen.
als ich in den achtzigern unterwegs war, fing es langsam damit an, dass sie die straßenmusiker verscheuchten. aber eine zeit lang saßen noch ganze gruppen junger leute in der fußgängerzone zusammen, hatten spaß, machten musik, tranken, knutschten ...; und wir fanden das ganz normal. für die kneipen hatten wir außerdem kein geld. in die stadt trampten wir. siehst du heute noch tramper an ortsausgängen stehen? kaum noch, oder?
die scheiß spießer und kapitalisten haben gewonnen. heute sind andere sachen gefragt, um cool zu sein.
die jungen leute, die heute anders sein wollen, werden regelrecht an den rand der gesellschaft gedrängt - wo sie dann leider wirklich im sumpf landen.
als ich in den achzigern unterwegs war bin ich noch gekrabbelt...
heutzutage gibt es extra einrichtungen in denen straßenmusiker sich eine lizenz zum musizieren holen müssen, um zu verhindern, dass der einkaufsmarathon durch schiefe töne verdorben wird...
oder es soll verboten werden, dass auf offener straße alkohol konsumiert wird, weil sonst parks als treffpunkt genutzt werden würden... hauptsache alles wird von oben diktiert und geregelt...
allerdings ist das anders sein wolln heutzutage ja gerade die mode, so dass anders sein eigentlich garnicht mehr möglich ist... ist ohnehin ein merkwürdiges ziel... anders sein... sich abgrenzen... das fördert seltsamerweise am ende den gruppenzwang... ich finde man kann ruhig spießig und kapitalistisch sein... solange es nicht auf kosten anderer passiert und solange man nicht vergisst sich ab und zu mal hinzusetzen und zurückzugucken.
es liegt vielleicht daran, dass ich mich (wenn ich mich anstrenge) noch an andere zeiten erinnern kann. es geht nicht um das anders sein als modeerscheinung - sondern um das anders sein in der kritischen auseinandersetzung mit den herrschenden klassen, dem eigenen leben und dem mainstream. ich fühle die heutige zeit zu sehr vom konsum als verblödungsmaschinerie unterminiert. den kids und jungen leuten mache ich keinen vorwurf. sie sind spätestens in den achtzigern in diesen absoluten wahnsinn des wohlstands und des bedingungslosen konsums hinein geboren worden. es gab zu wenig reibungspunkte, um sich davon richtig und entscheidend zu distanzieren. die grüne bewegung war so ziemlich das letzte, was in diese richtung ging ...
wo findest du heute noch wahrhaftigen idealismus? man wird dann schnell als spinner und utopist abgetan. diese leute vergessen aber, dass eine welt/gesellschaft/kultur ohne nennenswerte ideale langsam aber sicher vor die hunde geht.
das ist genau das was man im fernsehen zu sehen bekommt, wenn man die falschen sender (über die aber ja jeder spricht und die man deshalb sehen muss...) sieht... aber wenn man den ganzen tag nur fern sieht kann man auch garnichts anderes ertragen als diese volksverdummung...
nachdem ich die letzten 3 jahre nicht ferngesehen habe und nun dummerweise in eine wohnung mit kabelanschluss gezogen bin, bin ich mit der faszination des entsetzens in den rtlsumpf geschliddert und kann nun viele beobachtungen der letzten zeit einer quelle zuschreiben, was die sache nicht besser macht.
das perfide daran ist, dass sie angefangen haben die dummheit, die sie selbst mit verschuldet haben, nun vor die kamera stellen ...
ich glaube es mangelt weniger an idealisten als vielmehr daran, dass es den leuten scheißegal ist ob die welt zugrunde geht oder nicht, solange sie sich das ganze mit chips und bier im fernsehen ansehen können.
was wir eigentlich brauchen ist einen jahrelangen stromausfall, damit wir mal wieder zeit haben uns die welt wirklich aus der nähe anzusehen.
(hat das mit treppen jetzt noch was zu tun?)
Nachtrag:
gerade wurde auf pro sieben ein mädchen gezwungen einen fremden mann zu küssen, weil man das in der werbung erwartet... (soviel zum thema werte... man muss OFFEN sein...tz)
selbstkritisch muß ich zugeben, dass ich viel zu viel fern sehe. dabei wäre lesen stattdessen fruchtbarer und auch gesünder für die psyche. es ist so furchtbar leicht, ein fernseh-junkie zu werden.
diese verteufelte bequemlichkeit, sich berieseln zu lassen!
gut, dass nicht nur beknackte sachen über den bildschirm flimmern.
wenn ich mir überlege, dass sehr viele menschen in diesem medien-wahnsinn groß werden ...
da stellt sich mir auch die frage, wie sehr wir über das fernsehen manipuliert werden. ab und zu eine fernsehabstinent ist wichtig, wie du es drei jahre durchhieltst, iwillbe, - finde ich klasse. deine gedanken dazu wären vielleicht eine gute anregung für ein gedicht mit dem titel "das leben ist (k)ein fernsehsessel".