Mein Kreuz
Einst war ich klein und rund, ich hatte zum Atmen und Essen einen Mund.
Wenn ich Hunger hatte, schrie ich.
Ich war so doof wie eine Kuh, drum war eines der ersten Worte, das ich sprach
"Muh!".
Mit jedem Bissen wuchs ich in die Höhe.
Bald kam ich in die Erste Klasse und spielte Fangen in der Gasse.
Und ich aß und aß.
Längst konnte ich laufen und mir eigene Dinge kaufen, da fing ich an zu saufen.
Ich schrie vor Hungerschmerz
im Herzen.
Von nun an galt ich als Erwachsen, was hieß: man leistet sich besser keine Faxen.
Gefragt wurde man ja nicht.
Mit Dreißig hatte ich mein halbes Leben versoffen und hörte auf zu hoffen.
Ich hatte mein Kreuz
gefunden.
Einst war ich klein und rund. Ich hatte zum Atmen und Essen einen Mund.
Wenn ich Hunger hatte, schrie ich.
Ich war so doof wie eine Kuh, drum war eines der ersten Worte, das ich sprach
"Muh!".
Die Fünfzig mache ich noch voll, wenn`s geht ohne all zu viel Groll.
Ich schreie nur noch leise.
Demut lehrte mich das Leben - doch zu spät, ich stehe vor den Scherben.
Noch ein paar Runden ...
werde ich laufen, mir Dinge kaufen und weiter saufen.
Der Hungerschmerz im Herzen
ist noch da.
Ich konnte ihn nicht stillen, ich verlor längst die Kontrolle - den eigenen Willen.
Obwohl, gefragt wurde man ja nicht.
Es ist vorbei, längst vorbei - alles, was geschah, ist einerlei.
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Einst war ich klein und rund, ich hatte zum Atmen und Essen einen Mund.
Wenn ich Hunger hatte, schrie ich.
Ich war so doof wie eine Kuh, drum war eines der ersten Worte, das ich sprach
"Muh!".
(12.04.09)
bonanzaMARGOT - 12.04.2009 13:44





















