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könige verschenken ihr herz




das bübchen suchte die milchschnitte an der brust seiner mama.
ein ehering wurde mit der scheiße durch die kanalisation gespült.
bukowski las rimbeauds gedichte auf dem klo.
"wir sind das volk!" rief ein betrunkener in der fußgängerzone
immer und immer wieder.
meine eier und mein kopf wetteiferten darum, wer schwerer war.
der eifelturm wurde zum bohrturm umgebaut.
sie bohrten von paris ein loch mitten durch die erde
und montierten in die röhre eine art aufzug.
man musste etwas schummeln, um in neuseeland mit den füßen voran
herauszukommen.
geile sache, vorallem auf dem weg wieder nach oben.
irgendwie unbeschwert.
ausserdem sechstelt es die normale wegstrecke.
der ehering funkelte neben schlick und stinkenden toten krebsen im sand.
eine kinderhand hob das juwel auf und rannte damit
zu seiner mama.
ich empfand trauer, als bukowski starb.
niemals wieder würde ein neues buch von ihm erscheinen.
ich trauerte um ihn wie um meine stammkneipe und wie um meine
erste große liebe.
könnt ihr euch an das erste taschengeld erinnern?
niemals wieder werden wir das geld ähnlich schätzen.
es transportierte freiheit und selbstbewußtsein.
heute wissen wir, dass geld eine gesellschaftsdroge ist
wie alkohol.
wir wissen heute tausend mal mehr, als wir praktizieren können.
deswegen auch die idee von den löchern durch die erde
und von eheringen, die weggeschmissen werden,
um irgendwo weit entfernt wieder aufzutauchen
wie ein schatz.
mein kopf gewann gegen meine eier.
dieses eine mal.



(04.08.09)

monehartman - 07.08.2009 20:31

Bukowski:

"ich trauerte um ihn wie um meine stammkneipe" - ja, das ging mir ähnlich. und ich kenne trauer um eine geschlossene stammkneipe.
mir gefällt: "das bübchen suchte die milchschnitte an der brust seiner mama" - die milchschnitte! wie gut. - das ist jetzt natürlich aus dem zusammenhang gerissen, aber sei's drum- wünsche dir nen schönen abend.
grüsse, mone

bonanzaMARGOT - 09.08.2009 12:48

hi mone,

schön, dich wieder hier zu begrüßen.

ja, bukowski empfand ich damals wirklich als verlust. auch als truman capote starb ...
eine gute stammkneipe findet man nicht so leicht wieder.
ebenso wie gute dichter, bei denen man ein besonderes lesevergnügen hat, nicht mal eben aus dem boden wachsen.
aber es gibt sie doch!

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