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warum ich weihnachten hasse




dieses geschenk wollte ich nicht
ich wollte es nicht unter dem weihnachtsbaum
ist geilheit oder lebensplanung ein solches geschenk wert?
ich lebe!
ihr wolltet, dass ich lebe
und nun soll ich euch auch noch dankbar sein
für was??
dafür, dass du, mein vater, mich schlugst?
dafür, dass du, meine mutter, mich ausgenutzt hast?
dafür, dass ich mich nun alleine
durchs leben schlagen muss?
ja, ich lebe!
aber dieses geschenk wollte ich nicht
ihr habt mich umgebracht

eltern sind mörder
dann und wann verheizen sie ihre kinder auch noch
vorzeitig
in kriegen
als wären sie bauern auf einem schachbrett
ich weiß, ihr ward selbst kinder
doch ihr habt nie gezweifelt
oder doch?
erinnert ihr euch?
seid ihr schon immer gewesen wie heute?
papa, mama, ich schenke euch
eure liebe
zurück
...
denn dieses geschenk wollte ich nicht
ich wollte es nicht unter dem weihnachtsbaum



(11.10.09)

Lange-Weile - 12.10.2009 10:33

Leben als Geschenk

Hallo Bo,.

deine Zeilen klingen nach Enttäuschung, die so tief liegt, wie Muskelpartien, die während der täglichen Bewegung nicht genutzt werden.

Ich erlebte alles ganz anders als du. Ich sah nicht nur meine Eltern als Geschenk, sondern auch das Leben, dass mir meine Eltern mit geschenkt haben als Geschenk. Auch die schönen , die ich an ihrer Seite verbringen durfte, sehe ich als Geschenk und dass, obwohl es Zeiten hab, in der sie nicht wußten, was sie uns Kinder zu Weihnachten schenken sollten, sie hatten kein Geld dafür.

Aber von 4 Kindern erlebte ich meine Eltern auf meine Weise, meine Geschwister haben sie anders erlebt und gesehen. Ich glaube, das hängt von der eigenen Erwartung an die Eltern, den eigenen Bedürfnissen nach Zuwednung und der Rolle als Kind, die man im Familienverbund hat, ab.

Gruß LaWe

bonanzaMARGOT - 12.10.2009 11:40

hi lawe

ich möchte dieses gedicht nicht als absolut meine gesinnung gegenüber dem leben verstanden wissen. es ist eine perspektive, wenn man davon ausgeht, dass nunmal alles, was geboren wird, früher oder später zum tode verurteilt ist - und vorallem erstmal zum leben, was für den ein oder anderen wie kerkerhaft und ein wahres martyrium sein kann.
für die geburt sind, wenn man die dinge rational sieht, in erster linie die eltern verantwortlich. sie sind selbstverständlich daran schuld, dass ich auf der welt bin. und wären es nicht diese eltern, wären es andere.
man kann das ja auch mal so sehen ...
ich stehe dem leben nicht unbegrenzt positiv gegenüber. dazu bin ich viel zu hinterfragend und skeptisch.
creature - 12.10.2009 12:04

mir sind diese gedanken nicht fremd, dachte so in der pubertät.
später habe ich meinen eltern verziehen, sie wußten es nicht besser.
nachdem ich selbst ein kind habe der inzwischen erwachsen geworden ist sehe ich auch klar das auch ich fehler machte!
bonanzaMARGOT - 12.10.2009 12:30

logisch, wir machen alle fehler. ich wollte kein kind erziehen müssen.
meinen eltern habe ich in diesem sinne auch längst verziehen. ich liebe sie. aber an manchen tagen sehe ich das leben schon als fluch an ..., und dann kommen allerhand morbide gedanken auf.
eigentlich ist es doch komisch, wie wir uns alle in dem uns aufgebürdeten rad des lebens abstrampeln, oder nicht?
creature - 12.10.2009 18:48

ja, ein hamsterrad...;)
die illusion, das was wir tun, uns irgendwo hinbringt.
am ende steht.....eh schon wissen!
bonanzaMARGOT - 12.10.2009 19:25

Und - mutet es nicht wie ein Fluch an - ein Leben nur auf Traditionen, Konventionen und Konkurrenzen beruhend zu leben?
Ambrosia - 12.10.2009 19:29

"ein Leben nur auf Traditionen, Konventionen und Konkurenzen zu leben"

wäre ein Albtraum für mich !
bonanzaMARGOT - 12.10.2009 19:48

Es ist der Albtraum, der uns mehr oder weniger von Geburt an übergestülpt wird.
creature - 12.10.2009 22:09

erbsünde?

dieser albtraum hat bei mir nicht mal in der finstersten nacht eine chance, den können die anderen gerne haben...;)

alles was ich an weihnachten mag ist die ruhe, die feiertage an denen die geschäfte geschlossen haben und die menschen nicht wie ameisen rumrennen, an den kitsch, kerzen, glitter und tannenbaum mag ich gern verzichten.
bonanzaMARGOT - 13.10.2009 12:35

weihnachten hat ja nur mittelbar mit dem gedicht zu tun, creature. weihnachten steht für das eingefahrene denken der menschen, für die gewohnheiten, für die stumpfheit und penetranz. die menschen denken selten über den eigenen tellerrand hinaus. sie hinterfragen nicht, was sie machen und sehen - entweder, weil es alle machen, oder weil es schon "immer" so gemacht wird.
für mich ist das ein albtraum, weil ich nicht richtig in diesem albtraum stecke - ich sehe es quasi halb von außen. wer aber in diesem albtraum gefangen ist, sieht wahrscheinlich alles durch die rosa brille. auch als sklave/marionette kann man glücklich leben, wenn man die aufdoktrinierte ordnung nicht hinterfragt.
creature - 13.10.2009 22:08

glücklicher...?
das kann schon sein, es sieht auch meist so aus.
solange bis die rosabrille durch einen "schicksalsschlag" kaputt geht.
bonanzaMARGOT - 13.10.2009 22:16

Die Schicksalsschläge sind im Leben angelegt. Das Verdauen derselben macht aber nicht selten Schwierigkeiten.
Der größte Schicksalsschlag für mich bedeutet, auf die Welt gekommen zu sein. Wahrscheinlich fällt es mir deswegen so schwer, zu lieben ..., zu lieben wie ihr.

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