Braskos eigener Fall




Brasko taute langsam auf. Dafür brauchte er Stunden.
Meistens war es dann Mittag. Er hieß den hellen Brei
willkommen, der ein Mittwoch war.
Es roch nach Essen. Die ganze Natur war wie vollgefressen.
Dick und grün. Brasko trank Heppenheimer Stemmler.
Ein Riesling. Kalt aus dem Kühlschrank.
Er musste niesen, und die Rotze fuhr ihm aus der Nase.
„Ich habe meinen ganz eigenen Fall“, sagte er sich und
wischte sich mit einem Tempo ab.
Es gestaltete sich etwas kompliziert. Er hatte sich vor
einem Jahr in ein Alien verliebt, welches zur Tarnung
liiert war und vier Kinder geboren hatte. Eigentlich nichts
Ungewöhnliches bei Aliens. Und ein Unterschied zu
normalen Frauen ist auch fast nicht feststellbar.
Außer: Diese Aliens brauchen nur wenig Schlaf, sind
ziemlich stark. Und sie lieben die Wüste.
Brasko gähnte wie ein Löwe. Er hätte nicht mit ihr ficken
sollen. Denn jetzt war er infiziert, und nur sie besaß das
Antiserum. Für ihren Mann war es bereits zu spät.
Da half nicht mal mehr eine Jupiterkur.
Er war halbknülle und setzte den Becher an.
Denken war die einzige Stärke, die er hatte.
Leider diskussionsreif. Wie viele Tage blieben ihm?
Die Vakanz seines Verstandes hatte ihm mal wieder ein
unlösbares Problem geschaffen.



„Hallo“, sagte er am Telefon, „ich weiß, dass du das nicht
kannst. Aber ich brauche das Antiserum“
„Das hättest du dir vorher überlegen sollen“, sagte das Alien
am anderen Ende der Leitung.
„Was soll das?“ sagte Brasko, „ sende mir den Stoff, und ich
gebe Ruhe.“
„Scheiß Typ! Glaubst du, ich hätte dich wirklich geliebt?!
Ich brauchte dich als Alibi, um mich von meinem Mann zu
trennen.“
„Wieso?“ Er tat ungläubig. Sein feuchter Mund besabberte
den Hörer.
„Andere Aufgaben warten auf mich. Ich muß Hammel in der
Wüste suchen.“
„Okay, du hast mich gebraucht. Ich hatte meinen Spaß.
Brichst du dir einen ab, wenn du mir ...?“
Das Alien schrie nach Alienmanier:
„ZRTLGJakjglejgoäpjgooäiäopf#opwgJLÖLG!!!!!!!!!!!“
Brasko lehnte sich zurück. Er kannte diese Ausbrüche.
Wie sollte man hinter die Gefühle eines Aliens steigen?
„Na gut“, sagte es schließlich, „du bekommst deinen Stoff.
Auf dem Milchwasserplaneten. Lediglich 8 Lichtjahre von
hier. Dort habe ich ihn in einer Karaffe bei der Rezeption
des Hotels „Immerfortgeilheit“ gebunkert.“
„Ein schöner Anhaltspunkt“, erwiderte Brasko und legte den
Hörer auf.
Ein Schmetterling mit silbernen Flügeln setzte sich auf seine
linke Schulter.
Die Welt war fast wieder in Ordnung.





26.05.2004 13:05 von bonanza

AmarettazuBlaue - 30.08.2007 19:24

Brasko

Und ich dachte wirklich die ganze Zeit Brasko sei ein Hund!
Die Brasko-Geschichten gefallen mir!
Gruß Amaretta

bonanzaMARGOT - 31.08.2007 11:21

wau!

könnte auch ein hund sein. bei brasko ist alles möglich. etwas hund ist ja in jedem menschen.

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