Bewundernswert




Seit ein paar Wochen
begrüßt mich Martin
ein Barkeeper im Kaffeehaus überschwänglich:
"Hallo Ralph!"
drückt mir die Hand
und zappelt aufgeregt herum
ich weiß nicht, wie ich schauen soll
ich lächele verlegen
und er zieht eine Grimasse - wie ein nervöses Grinsen
er hampelt auch sonst viel hinter der Theke herum
wir redeten ein paar Mal über Dies und Das
auch über meine Arbeit im Altenheim
und dass er sich für ein Bachelor Studium
in Südafrika bewirbt
er hat Japanologie studiert
und wollte sich jetzt mit der Globalisierung
beschäftigen
wie auch immer
ich sonderte irgendwelche Bemerkungen ab
ohne dabei zu sehr meine Ahnungslosigkeit
preis zu geben
ich wunderte mich über sein Interesse
an meiner Person
im Spiegel auf der Toilette sah ich aus wie immer
nur ein Altenpfleger
der die Welt gern verbessern würde
stattdessen nur am Biertrinken ist
Gedichte schreibt
Martin ist 25, schlank mit Brille, schaut intelligent
aus
und betreibt zudem asiatischen Kampfsport
bewundernswert
ich überlegte mir schon, ob er schwul ist
jedenfalls rappt seine Schilddrüse ab
was er für Faxen hinter der Theke macht
und mir Blicke zuschmeißt, während ich
über einer Zeitschrift
brüte
mein Gott, das ist Stress pur!
aber ich mag ihn
schon
was sieht er wohl in mir?
grauhaarig in dunkelgrauem Mantel, wie ich dasitze
und eigentlich nichts mache, als Bier
trinken
und träumen
sind es die Träume?
das wäre schön
sozusagen eine Seelenverwandtschaft
vielleicht sieht er aber auch etwas in mir, was ich absolut nicht bin
soll er mal ein Gedicht darüber schreiben
am Besten, bevor er
dieses
liest



(24.12.08)

SehnsuchtistmeineFarbe - 24.12.2008 18:25

Manchmal ist es auch sehr schön zu erfahren, was jemand in einem sieht. Das muss nicht dasselbe sein, wie das, was man in sich selbst sieht. Es kann ein schöner Ausflug in eine andere Facette der Wirklichkeit sein. Es gibt Menschen, die wehren sich gegen sowas, fühlen sich nicht gesehen. Sicher, das kommt vor. Aber es kommt auch vor, dass jemand etwas in einem sieht, was mehr ist als das, was man selbst sieht und den eigenen Blick erweitert.
Es ist schön und tut gut gesehen zu werden.
Schöne Weihnachten! Mit Deinen lieben Patienten, die auch sicherlich jeder für sich, etwas anderes in Dir sehen.
LG
Sehnsuchtistmeinefarbe
P.S.: Schönes Gedicht!

bonanzaMARGOT - 24.12.2008 19:27

ich muss mich jobmäßig öfters damit auseinandersetzen, wie ich gesehen werde. wichtig ist mir dabei die authentizität - also dass ich weder künstlich noch zu oberflächlich wirke.
in der situation denke ich nicht darüber nach - ich würde sonst verkrampfen.
die alten suchen meistens nur etwas sicherheit, ruhe und vorallem respekt. naja, und natürlich unterhaltung, wahrgenommen sein, beschäftigung, geborgenheit, zuneigung ...

lieben gruß in deinen weihnachtsabend.

bon.
lylo - 27.12.2008 00:48

ich finde es

auch toll, wie du deinen job siehst und offensichtlich ausübst.
ich habe ja heuer selber eine diesbezügliche erfahrung machen müssen, sehe es jetzt allerdings vielmehr als "dürfen". aber bei mir war doch viel persönliche liebe im spiel, da geht das leicht.
aber ich hatte einige helfer von öffentlichen institutionen, die mir dabei zur hand gingen. und diese fand ich einfach ebenfalls bewunderungswürdig, wie martin dich.
ja, authentizität ist wichtig. auch für mich war sie das. wenn man spüren kann, wie diese pflegenden menschen hinter einem, weil hinter ihrer aufgabe (ich schreibe bewusst nicht "arbeit") stehen, dann gibt das enorm viel kraft und halt.

ich musste andererseits erst vor kurzer zeit in einem forum über die würde alter menschen diskutieren. ich "musste" es deshalb, weil dort soviel inakzeptanz zur sprache kam, dass ich mich dort registrierte, um mich zu stellen. natürlich half es nichts. die zerpflückten mich und meine anschauung dort. aber den zynismus zu lesen, mit dem pflegendes personal über patienten spricht, das tat sehr weh.
und deshalb finde ich es toll, dass es doch auch andere gibt. und schön, dass du zu diesen gehörst.
ich freue mich, dich zu "kennen"!

bonanzaMARGOT - 27.12.2008 07:16

feierabend

liebe lylo, danke für die blumen. wie im gedicht sehe ich mich selbst überhaupt nicht als etwas besonderes, weil ich auch meine schwächen kenne.
unter meinen arbeitskollegen/-kolleginnen gibt es so viele unterschiedliche berufseinstellungen wie charaktere. es kommt vor, dass mich kollegen/kolleginnen während der arbeit mehr nerven kosten als die alten. man braucht viel fingerspitzengefühl. am besten geht man mit gutem beispiel voran. vorwürfe führen meist nur zu gegenvorwürfen. wichtig ist auch, dass man nicht den besserwisser raushängt.
es wäre zu schön, wenn ich nur mit ähnlich eingestellten menschen zusammen arbeiten würde - dann kann man wirklich die meiste energie an die alten weiterleiten.

um was ging es denn in der forendiskussion, die du besuchtest?
was regte dich speziell auf? oft ist das abgebrühte reden von altenpflegern über ihre arbeit und die alten menschen selbstschutz bzw. eine abwehr gegen den stress, die ängste und die verantwortung, die auf einem lastet.

uff! wieder eine nacht halbwegs gut rumgekriegt.
das bett wartet.
alles gute für deinen tag.

bon.
lylo - 27.12.2008 20:18

feierabend

um 7 uhr morgens ...
obwohl so lange schlafe ich da auch noch nicht. wir sind ja ausgesprochene nachteulen. aber die hintergründe sind wahrscheinlich doch angenehmer.

nun, es ging darum, dass man die aktive sterbehilfe (wohl auf eigenen wunsch!) endlich gesetzmäßig durchbringen sollte.
und die meisten argumente liefen halt dort hinaus, dass es unter der würde von menschen ist, intime hilfsdienste in anspruch zu nehmen. z.b. oder eben dement herumzuirren.
(für mich) seltsamerweise sind solche dienste ja nur an alten menschen unwürdig oder auch an schwerbehinderten. an kindern, frischoperierten oder unfallopfern nicht.
du kennst mich ein bisschen, ich kann da keine unterschiede machen.
auch gibt es für mich die möglichkeit einfach nicht, dass ein mensch über das leben eines anderen entscheidet. auch wenn es wahrscheinlich oft genug vorkommt, so darf sie doch nicht zum gesetz werden. und nachdem die patienten ja selber nicht hand an sich legten ... muss die entscheidung ein anderer fällen.

aber darum gings mir dann gar nicht mehr. mich hat eben viel mehr betoffen gemacht, mit welchem zynismus dort darüber geschrieben wurde.
und ich z.b. die ich diese hilfsdienste halt "nur" an einem patienten verrichtet habe und absolut nichts unwürdiges daran gefunden habe, wurde ordentlich heruntergeputzt, dass es eben menschen gibt, die 1000e solche dienste verrichten müssen und dass die das doch wohl besser beurteilen könnten, was würdig ist und was nicht.

ich sehe es immer noch so, dass die würde im auge des betrachters liegt und dass sich nur diejenigen unwürdig verhalten können, denen die kranken ausgeliefert sind. unwürde in diesem zusammenhang sehe ich sonst nicht. und ich glaube auch nicht, dass ICH mich dann unwürdig fühlen würde ...
ich denke schon, dass das viel mit der eigenen einstellung zusammenhängt. und dass es die angst ist, die diese menschen so reagieren lässt. aber das tröstet mich nur minimal, wenn ich daran denke, dass sie auf die patienten losgelassen sind. nicht meinetwegen, ich werd damit schon zurechtkommen, sollte es mal so weit kommen, aber so hilflos vor solchen anschauungen zu stehen, macht mich doch sehr betroffen. der schritt zum "unwert" ist da wohl bereits in schwebe.

und das in einem forum, wo "heilende" unterwegs waren :-(

angenehmes erwachen und einen schönen abend!
bonanzaMARGOT - 28.12.2008 07:05

danke lylo.
ich werde auf deinen kommentar differenziert eingehen, wenn ich ausgeschlafen habe. "sterbehilfe" und "würde" sind never ending themen.
eine haltung von mir ist: der mensch muß nicht alles machen, was machbar ist - das gilt für die lebensverlängerung ebenso wie für die lebensverkürzung.
aber, wie gesagt, später mehr zu diesem schwierigen themenkomplex.

gruß in den sonntag
bon.
bonanzaMARGOT - 28.12.2008 16:25

eine andere wichtige haltung ist: was du nicht willst, das man dir tu`, das füg auch keinem anderen zu.
hallo lylo, ich bin noch einigermaßen verpennt aber versuche meinen kopf zu ordnen.
was ist würde? ich denke, dass würde das empfinden ist, als mensch und kreatur von seinen mitgeschöpfen/mitmenschen geachtet und geschätzt zu werden. demütigungen, gewalt, beleidigungen, ausnutzung, betrug verletzen die würde des menschen - sowie des opfers als auch des täters. wer seine mitmenschen verachtet, verachtet sich im grunde seines herzens selbst. das war damals der kern meiner kriesgsdienstverweigerung: nur wenn man den angreifern waffenlos gegenübersteht, ist man moralisch im vorteil, outet man sie als nackte gewalttäter, als menschen, die ihre mitmenschen beleidigen, schänden und verachten ... wer dann nicht innehält, verhält sich nicht menschlich sondern barbarisch.
die würde des menschen ist ein sehr hohes gut. doch niemand kann sich auf seine würde berufen, wenn er selbst unwürdig handelt. ein mensch, der seine würde verliert, ... verliert sich selbst und stürzt in einen dämonischen sumpf.
ich weiß schon, dass man mit einem solch hohen wert als mensch leicht überfordert ist. manche werte sind auch mehr als orientierungspunkte zu sehen - man kann sie nicht 1:1 leben.
ein anderes hohes gut des menschen ist darum das verzeihen.
würdig sein, heißt auch nachsichtig sein.
wir erinnern uns: der werfe den ersten stein, der ohne fehler ist.
auch dies ist eine haltung, die ich schätze.
kann man seine würde durch alter, krankheit und gebrechen verlieren? nein, niemals. der stolz kann da schon eher ein hemmschuh sein. seine würde verliert man nur, wenn man andere menschen erniedrigt oder selbst erniedrigt wird. wenn ich als altenpfleger in die intimsphäre eines mitmenschen eindringe, muß ich deshalb sehr behutsam vorgehen, um eine erniedrigung zu vermeiden. andersherum sollte ich als kranker und hilfsbedürftiger mensch es den helfern nicht zu schwer machen.
es ist eine frage der kommunikation - auch bei dementen menschen, die sehr gut noch fühlen, ob sie schlecht oder gut, ob sie grob oder sanft behandelt werden.
lylo, als altenpfleger laufe ich eher gefahr, dass ich mit den jahren abstumpfe und ausbrenne, dass ich den blick für die seele der menschen verliere, die ich betreue und pflege. der anblick des leids, des siechtums ist schwer zu ertragen - was liegt also näher, als ein solches leben für nicht mehr lebenswert zu halten?
ja, es ist wahr, ich denke oft auch: hoffentlich muss der bewohner k. nicht mehr lange leiden, hoffentlich ist er bald erlöst. es tut mir weh, wenn ich ihm in die augen schaue. warum können wir ihm nicht helfen?
und hier komme ich auf meine anfangs erwähnte haltung zurück: der mensch muß nicht alles machen, was machbar ist. durch künstliche ernährung und antibiotikavergabe verlängern wir das leid oft bis ins unerträgliche. kann es sein, dass auch zu viel (gutgemeinte) hilfe die würde des menschen verletzt, gar vernichtet? welches gefühl hast du, wenn du einen menschen im koma liegend siehst, der nur noch durch apparaturen am leben erhalten wird? welches gefühl hast du, wenn du einen menschen künstlich ernährst, mit antibiotika fütterst, während er bei lebendigem leibe langsam verfault? auch ich werde da manchmal zynisch. ich erkenne meine machtlosigkeit. aber es ist nicht die machtlosigkeit gegenüber dem natürlichen ablauf von leben und sterben; es ist meine machtlosigkeit gegenüber der menschengemachten paragraphen, bestimmungen, regeln, standards ...
welche ethik steckt hinter all dem? eine christliche?

sterbehilfe sollte nach meinem dafürhalten wie die abtreibung nicht unter strafe gestellt werden. aber man sollte sie auch nicht einfach legitimieren. zu viele gefahren sehe ich ...
ich könnte es mit meinem gewissen nicht vereinbaren, einem fremden menschen sterbehilfe zu leisten. ich kann es nicht. ich will diese macht nicht haben. etwas anderes wäre das flehen eines mir sehr nahestehenden menschen - ich weiß es nicht, lylo.

fürwahr, ein mordsthema.
mein kaffee ist leer. der abend dämmert, und ich starte in den tag.



bis dann
bon.
lylo - 28.12.2008 22:38

bon

was soll ich dazu sagen? du sprichst mir aus der seele. genauso sehe ich das! haargenau so.
ich habe verständnis dafür, wenn ein mensch, der viel damit beschäftigt ist, ausbrennt und manchmal auch durchhängt und dgl. aber ich werde trotzdem nie verständnis dafür aufbringen (hoffe ich) dass so jemand dann einfach zynisch darüber wird. man muss sich seine fehler eingestehen und man muss zu ihnen stehen, aber doch niemals dann die welt verdrehen, damit man keine fehler macht!
es ist ein unterschied, wenn man jemandem, dem es sehr schlecht geht, den tod "wünscht", weil er eine erlösung für ihn darstellt oder man sich selbst dessen tod wünscht, weil er für einen selbst eine erlösung darstellt!
auch das ist legitim, wenn jemand so schwach ist, da kann man auch nicht über ihn richten. aber solche menschen habe eben nichts in einer solchen aufgabe zu tun!

was du über daseinsverlängerungen schreibst, auch da stimme ich dir vollinhaltlich zu. aber das ist etwas ganz anderes als jemandem dann einen cocktail zu mischen. das finde ich z.b. das gehört dazu, jemanden in würde sterben zu lassen. ihn auch sich selbst auf seinen tod vorbereiten zu lassen! und ihn nicht zwangvoll am sterben zu hindern.

und deine worte über das unwürdige verhalten, ja genau das meinte ich auch. man kann eigentlich nur unwürdig handeln, aber nicht unwürdig sein! und schon gar nicht in einer hilflosen oder hilfebedürftigen situation.
ich danke dir. es tut mir gut, was du geschrieben hast!
bonanzaMARGOT - 29.12.2008 13:46

liebe lylo, es ist leider eine allgemeine menschliche schwäche, dass man lieber die welt verdreht, als zu den eigenen fehlern und manquos zu stehen. wenn dann noch ein paar ins selbe horn blasen, wird aus grün blau, ohne dass es jemanden stört.
da stehst du auf verlorenem posten, wenn du dagegen anstreitest, zumal wenn es um erfahrungswerte und empfindungen bzw. moralempfinden geht. wichtig finde ich es dennoch, seine meinung kund zu tun. es geht bei solchen auseinandersetzungen nicht unbedingt ums recht haben, es geht um die akzeptanz unterschiedlicher ansichten.
lylo - 31.12.2008 01:10

auch das

sehe ich so wie du. drum habe ich mich ja dort angemeldet, als ich da zufällig so seltsames gelesen habe.
im stillen kämmerlein nur vor mich hinzuräsonieren, das wär wohl nicht so meins. ich denke schon, dass es wichtig ist, seine meinung zu sagen. vielleicht findet man ja doch einen, der ein bisschen genauer hinhört und mal ein bisschen was in sich hinterfragt. und das wäre doch schon ein erfolg! wenn man nicht darüber spricht, kann das nicht so sein.
und selbstverständlich habe ich die "vorwürfe", die da kamen auch in mir hinterfragt. es wurde mir die diskussion dann halt zu persönlich. das interessierte mich einfach nicht. warum soll ich ins netz meine private geschichte stellen? und das wäre dort gewünscht gewesen. hihi, einer hat mir sogar angeboten, mir bei meinen so offensichtlichen problemen mit der liebe zu helfen. es gibt schon seltsame plätze auch im internet. aber schnee von gestern ...

gekommen sind wir von dort, dass ich den jungen mann verstehe, der dich bewundert. ich habe meine helfer auch sehr bewundert. und es ist der richtige ausdruck. es war für mich ein wunder!
bei mir war es so, dass ich bewunderung in meinem umfeld hervorgerufen hatte. aber DAS verstand ich wieder so gut wie gar nicht. ich wollte es so machen. es war wichtig FÜR MICH und meine liebe. und ich bin heute noch froh darüber, dass ich es geschafft habe. das wusste ich ja vorher nicht ...
aber die fremden helfer, die hatten diese persönliche motivation ja nicht. und dafür habe ich sie bewundert. sie gaben mir unglaublich viel kraft, weil ich erkannte, dass es solche menschen gibt.
jetzt kam halt dann die kalte dusche. weil es eben solche auch gibt ...
bonanzaMARGOT - 31.12.2008 11:40

lylo, für meine tätigkeit als altenpfleger will ich nicht bewundert werden. auch sonst nicht. mir reicht schon, wenn man mich und andere, die diese arbeit machen, dafür achtet. auch wünsche ich mir, dass die arbeit besser honoriert bzw. entlohnt würde.
unser arbeitgeber richtete zu weihnachten nicht mal ein paar worte des dankes an uns, von einer (materiellen) geste ganz zu schweigen. dabei sind sind wir seit ein paar monaten kirchlich ...
allein von einigen angehörigen (und den apotheken wie jedes jahr) gab es präsente fürs personal.
es ist beschissen, dass man eine schwere arbeit auch noch unter erschwerten bedingungen machen muss. aber ich will nicht jammern. anderen ergeht es nicht viel besser.
bewundert will ich jedenfalls nicht werden. das ist mir unangenehm. in meinem gedicht bewundere ich den jungen mann, der so aktiv, quirlig und dazu noch intelligent im leben steht. gegenüber ihm fühle ich mich müde und passiv.

meine mutter ließ es sich damals auch nicht nehmen, meinen opa die schwierigen monate bis zu seinem tode zu pflegen. bewundernswert, weil meine mutter nervlich eher schwach gebaut ist. wahrscheinlich gibt es eine kraftquelle, die uns für solche schwierigen aufgaben/zeiten über uns heraus wachsen läßt. ja, die liebe ...
ich kann mir nur schwer vorstellen, diesen liebesdienst für meine eltern zu leisten. ich habe angst vor der situation, dass meine eltern pflegebedürftig werden. am liebsten wäre ich weit weit weg. eine schwäche von mir war schon immer: verantwortung tragen und pflicht. da schnürt es mir die kehle zu.

aber wer weiß schon, wie`s kommt.

bon.
lylo - 01.01.2009 22:09

ich verstehe dich gut!

lylo - 03.01.2009 01:51

aha

da hatte ich doch mehr geschrieben ... *kopfkratz*

nachdem es nichts böses war, nehme ich nicht an, dass du mich zensuriert hast *gg*
also werde ich in meinem alten hirn kramen, ob ich es noch einmal zusammen bringe ...
ich meinte, ich verstehe dich gut, dass du nicht bewundert werden willst. ich denke, wenn jemand das wollte, dann wär er nicht echt und wär auch schon wieder keiner bewunderung wert. wie gesagt, bei mir kam die bewunderung aus dem wunder dieser wohltuenden erfahrung.

>>>wahrscheinlich gibt es eine kraftquelle, die uns für solche schwierigen aufgaben/zeiten über uns heraus wachsen läßt. ja, die liebe ...<<<

ja, das glaube ich auch.
und auch du würdest sie wahrscheinlich dann doch in dir finden, wenn es notwendig würde. vorher kann man sich das gar nicht vorstellen. und wahrscheinlich ist es gut so.
aber dann setzt man einen schritt vor den anderen und da diese schritte der eigenen persönlichkeit entsprechen ...
ich glaube nicht, dass du mit verantwortung nicht umgehen kannst. aber verantwortung wird im vorher-denken einfach zur bürde! wenn man aber mittendrinnen steckt zur selbstverständlichkeit für einen authentischen charakter.

aber es muss ja auch wirklich gar nicht so kommen ...
bonanzaMARGOT - 05.01.2009 14:53

Nein. Ich habe deinen Text nicht gelöscht. Danke für deinen Zuspruch und dein Verständnis.
Elisabetta1 - 28.12.2008 22:00

obwohl die antwort nicht für mich bestimmt ist...

möchte ich gerne einen kommentar dazu abgeben :
ich unterschreibe *jede* zeile, deiner ausführung über die würde eines menschen und die sterbehilfe.
genauso denke ich auch und würde mir wünschen, daß dieses thema behandelt wird. zu gunsten der menschen, sowohl in bezug auf *unerwünschte* lebensverlängerung, als auch die, für ein ärztekonsortium straffreie möglichkeit, unwürdiges leben zu beenden.

bonanzaMARGOT - 29.12.2008 14:19

hi elisabetta, jedes einmischen ist erwünscht.

das problem bei der sterbehilfe sehe ich in der praktischen umsetzung. kann man wirklich ausschließen, dass nicht geschäftemacher oder irgendwelche "ideologen" damit schindluder treiben werden?
mir wäre schon wohler, wenn man zur passiven sterbehilfe offener stehen würde. insgeheim ist diese schon sehr oft praxis. medikamente werden abgesetzt (außer schmerzmittel), die künstliche ernährung wird eingestellt ..., aber gesetzlich nach wie vor, glaube ich, ein graubereich. außerdem sollten die ärzte bei der vergabe von btm-pflichtigen schmerzmitteln wie morphiumpflaster nicht so zimperlich sein (diese verkürzen auch das leid).
ich bin kein sterbe-fachmann und kein arzt, auch nicht jurist oder theologe. ich sehe die misere aus rein menschlicher sicht, aus den augen des pflegenden, der in unmittelbarem kontakt mit dem kranken und leidenden steht. mit patentrezepten wäre ich vorsichtig. jeder mensch ist ganz individuell zu behandeln. wichtig ist auch immer das umfeld. man könnte sicherlich dem ein oder anderen sterbewunsch entgegenwirken, wenn sich die menschen in ihrer umgebung wohler fühlen würden, wenn sie sich aufgehoben fühlen würden. das betrifft uns pflegende, die angehörigen und die ärzte.
die traurige wahrheit ist leider, dass viele totkranke menschen in pflegeheimen dahinvegitieren. es fehlt an personal (und auch an wirklich geschultem persona)l, um eine adäquate, individuelle betreuung/pflege wenigstens ausreichend zu gewährleisten.
aus der hilflosigkeit des pflegepersonals erwächst dann leider nicht selten eine menschenverachtende haltung. wegschauen und unter den tisch kehren sind an der tagesordnung. natürlich traut sich niemand, dies offen anzusprechen, denn es könnte eine lawine auslösen, oder man würde deswegen von den kollegen/kolleginnen und den chefs geächtet.

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