Sonnenflecken




mit 55 nach Bali
mit 80 Zyankali
der Schlapphut prahlte mit seinen Auswanderungsplänen
in der Sonne blitzten seine gelben Zähne
hey babe, take a walk on the wild side
das Glück steht unter der Laterne
es liegt nicht in der Ferne
tausendundeine Nacht
der Schelm hinterm Busch lacht
unverfroren
nicht weit ab saß ich
Sand in den Augen
mein Körper bestand aus einem Ameisenheer
und die Ameisen liefen auf Straßen
hinüber zu dem Schlapphut
und zu den Anderen
sie krabbelten über Berge und ertranken in Flüssen
zu meinen Füßen
hey babe, take a walk on the wild side
das Glück steht unter der Laterne
es liegt nicht in der Ferne
die letzten Tage necken sich
wie Kinder auf dem Bauernhof
ich wiege mich auf einem Grashalm
nur wer liebt, kann sterben



(25.05.2009)

testsiegerin - 25.05.2009 19:34

wunderschöne bilder.

und ja, nur wer liebt, kann sterben. denn wer nicht liebt, nicht sich selbst, nicht andere und nicht das leben, der ist schon gestorben.

bonanzaMARGOT - 25.05.2009 19:42

Testsiegerin

Für diese Antwort ein fiktiver Schmatz.
testsiegerin - 25.05.2009 19:46

wer hätte das gedacht, vor jahren, als du mich ständig fertig gemacht hast, dass ich eines tages noch geküsst werde - wenn auch nur fiktiv ;-)
bonanzaMARGOT - 25.05.2009 19:57

daran denke ich eigentlich gar nicht mehr. so böse war ich nun auch nicht ...
Nante - 26.05.2009 08:06

dieser Text, bon

gehört - mMn - zu Deinen stärkeren Texten..


Das Lebensgefühl eines "Asphaltcowboys" kommt gut raus ...dieses Stimmung ist durchgehalten ......

bonanzaMARGOT - 26.05.2009 12:43

hallo nante, du assoziiertest die stimmung des asphaltcowboys - interessant (war gar nicht meine intention).
mein gedicht läßt, glaube ich, relativ viel interpretationsspielraum.

wann ist ein gedicht deiner meinung nach stark, nante?
Nante - 26.05.2009 22:41

stark

ist ein Gedicht für mich, wenn Aussage, Stimmung und lyrisches Sprechen einander bedingen ...

Mir ist beim ersten Lesen der Film "Asphaltcowboy" eingefallen. Ich sah ihn mehrere Male ...
http://www.moviemaster.de/archiv/film/film_119.htm
Und so, wie Joe Buck in New York " einreitet", seine Wünsche vor sich her trägt ... könnte ich mir vorstellen, dass er auch Dein Gedicht sich selber vorsagt..., wenn er obercool nach außen und zitternd vor Abenteuerlust durch die Straßen " reitet".

Und weil - bei mir - dieser Eindruck das ganze Gedicht durchhält, finde ich es stark...
Auch unser Cowboy Buck hat Träume, sehr lyrische, die er aber "mannmäßig" verredet.

bonanzaMARGOT - 27.05.2009 11:25

ich erinnere mich dunkel an den film aber nicht mehr an die story. süßer, blonder cowboy buck ...
spielte da nicht auch dustin hoffmann mit?

ich weiß gar nicht recht, was ich beim schreiben des gedichts dachte.

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